Dabei seien eine Asiatin und deren Tochter durch Neonazis gegen eine Wand gedrückt und beschimpft worden. Die Polizei habe jedoch nicht gehandelt und die Täter nicht angesprochen. Mit diesem jetzt bekannt gewordenen Angriff haben die Opferberater am 14. Februar insgesamt fünf Übergriffe durch Neonazis registriert. Darunter seien der Überfall auf Gewerkschafter auf der Raststätte Teufelstal in Thüringen, der Angriff auf Gewerkschafter auf einem Rastplatz in der Nähe von Chemnitz und ein Angriff auf mehrere Jugendliche in einem Regionalexpress nach Leipzig. Zudem wurde den Beratern ein Angriff auf Journalisten am Dresdner Hauptbahnhof gemeldet, bei dem Fototechnik beschädigt worden sei. Die Grünen-Fraktion verlangt unterdessen ebenso wie die Linke-Fraktion Aufschluss über den Polizeieinsatz am 13. und 14. Februar. Mit einer Reihe von Kleinen Anfragen wollen die Grünen im Landtag den Einsatz überprüfen. So solle herausgefunden werden, ob es Verstöße gegen das Vermummungsverbot gab und ob die Begleitung der Aufmärsche durch die Polizei hinreichend war, teilte der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Karl-Heinz Gerstenberg, am Freitag in Dresden mit. "Die Übergriffe gegen An- und Abreisende werfen die Frage auf, ob das Gewaltpotenzial der Neonazis durch die Behörden realistisch eingeschätzt wurde", sagte Gerstenberg. Als Ärgernis bezeichnete er, dass Demons tranten der Zugang zur "Geh Denken"-Kundgebung verwehrt worden sei. Es könne nicht sein, dass für Demokraten das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit eingeschränkt werde, während ein Naziaufmarsch ungestört durch die Innenstadt ziehen dürfe.ddp/dpa/das