Po litiker und Blockierer haben nach dem verhinderten Aufmarsch von Neonazis am 13. Februar in Dresden eine positive Bilanz gezogen. "Der Tag war ein Erfolg für Dresden und die Bürger dieser Stadt", sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) am Donnerstag. Dass der Tag so friedlich blieb, sei auch ein Verdienst der vielen Beamten, hieß es.

Auch Grüne, SPD, CDU, Gewerkschaften und Bürgervereine würdigten die Aktionen als Erfolg - und als Blamage für die Neonazis. Mit einer kilometerlangen Menschenkette, einem "Mahngang Täterspuren", weitgehend friedlichen Protesten und Blockaden setzte Dresden ein Zeichen gegen Rechtsextreme, der erwünschte Marsch blieb den Rechten verwehrt. "Wir haben viel mehr erreicht, als im Vorfeld erwartet", sagte der Sprecher des Bündnisses "Dresden Nazifrei", Silvio Lang. Laut Bündnis haben sich zwischen 4000 und 4500 Gegendemonstranten beteiligt, darunter etwa 2000 Menschen, die aktiv die Marschroute von rund 800 Neonazis blockiert haben.

Die Polizei ging von rund 3000 Gegendemonstranten und etwa 670 Rechten aus, ein Brennpunkt war vor allem die Gegend um den Hauptbahnhof. Insgesamt wurden sechs Polizisten verletzt. Zwei Beamte mussten ins Krankenhaus gebracht werden, nachdem mehrere Vermummte mit Zaunlatten auf sie eingeschlagen hatten. Die Polizei nahm fünf Männer im Alter zwischen 21 und 29 Jahren fest.

Ei n breites Bündnis verschiedener Aktionsgruppen plant auch am Freitag in Cottbus Demonstrationen, um einen NPD-Aufmarsch zu verhindern oder zumindest den Aktionsradius der Rechten zu begrenzen. Die Anhänger von "Cottbus bekennt Farbe" hoffen auf viele Unterstüt zer.