Februar 1985 als erstes Luxushotel der Stadt den Betrieb aufgenommen hatte, 25-jähriges Bestehen. Das in drei Jahren nach Plänen japanischer Architekten errichtete "Westhotel" galt als Prestigebau, in dem vor allem Politiker, Künstler und Wissenschaftler aus der BRD abstiegen. "Im Hotel verlief eine Grenze zwischen Ost und West, im wahrsten Sinne des Wortes", erinnert sich Hans-Joachim Herrmann, der das Hotel von 1992 bis 1994 leitete. Der Westflügel mit dem schicken Palais-Restaurant und den für damaligen Verhältnissen topmodernen Zimmern war für Ostbürger tabu. "Reserviert nur für Devisenbringer", sagt Herrmann. Gezahlt wurde ausschließlich mit Westwährung. Nur die Elbterrasse im Ostteil des Hotels stand den Dresdnern offen. Und in den letzten Jahren der DDR dann auch das exklusive Restaurant "Buri Buri", das mit polynesischen Spezialitäten Südsee-Flair versprühte. Um allerdings einen Platz in dem extravaganten Lokal zu ergattern, brauchten die Einheimischen neben genügend Geld auch viel Geduld: Bis zu sechs Monate mussten sie auf eine Tischreservierung warten. Auch sonst hatte das "Bellevue" - französisch für schöner Blick - einige Extras zu bieten: Zwei der historischen Salons waren bestückt mit Meissner Porzellan, und auch im Swimmingpool konnten die Gäste aus dem Wasser auf die historische Altstadt am gegenüberliegenden Elbufer blicken.