Während das Bündnis "Herz statt Hetze" vor der Semperoper nach Schätzungen der Gruppe "Durchgezählt" mit etwa 4000 Menschen für Weltoffenheit und Toleranz demonstrierte, versammelte Pegida bis zu 8000 Anhänger am gegenüberliegenden Elbufer. An einer Gegenkundgebung vor dem Bahnhof Neustadt, die unter anderen vom Bündnis "Dresden Nazifrei" unterstützt wurde, beteiligten sich den Schätzungen zufolge ungefähr 900 Menschen.

Mehr als 2500 Polizisten aus mehreren Bundesländern waren im Einsatz. Aus Angst vor Zusammenstößen hatte die Stadt nur Kundgebungen an einer Stelle und keine Demonstrationszüge zugelassen. Die Pegida-Organisatoren, die eigentlich durch die Neustadt ziehen wollten, waren mit einem Eilantrag gegen die Bestimmungen vor dem Verwaltungsgericht Dresden gescheitert. Die nächste Kundgebung wurde für den 4. Januar angekündigt.

Nach Abschluss der Kundgebungen wurden vereinzelt Feuerwerkskörper geworfen. In der Neustadt zündeten Randalierer mehrere Müllcontainer an. Linksradikale Demonstranten lieferten sich nach Angaben von Beobachtern Rangeleien mit der Polizei. Medienberichte über Festnahmen wurden zunächst nicht bestätigt. Nach Polizeiangaben wurden aber mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Die Semperoper will die Pegida-Kundgebungen vor ihrem Haus nicht länger hinnehmen und hat deshalb einen eindringlichen Hilferuf an die Stadt Dresden und das Land Sachsen gerichtet. Jeden Montag müsse man auf dem Weg zur Arbeit an Menschen vorbei, die aggressive und diskriminierende Parolen skandieren. "Wir fühlen uns dabei nicht nur unwohl, sondern vor allem nicht mehr sicher."