D resden ringt zum Jahrestag seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg am 13. und 14. Februar 1945 um neue Formen des Gedenkens. Während in den vergangenen Jahren Hundertschaften der Polizei genehmigte Aufmärsche von Neonazis abzusichern hatten und Tausende Gegendemonstranten die Straßen verstellten, möchte die Elbestadt künftig andere Bilder liefern. Wie Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) am Dienstag sagte, will die Stadt die "Durchführung der Gedenktage überdenken". "Denn wir haben festgestellt, dass vor allem Jugendliche bei diesen Veranstaltungen in der Minderheit sind oder ganz fernbleiben", sagte Orosz.

Bis her ist die Lage in Dresden rund um den Jahrestag konfrontativ. Auch in diesem Jahr gibt es Aufrufe, sich den Neonazis in den Weg zu stellen. Orosz lehnt Blockaden strikt ab. "Es ist ein gesetzwidriger Zustand, wenn man eine angemeldete Demonstration behindert. Wenn eine solche Veranstaltung genehmigt wurde, dann muss man das akzeptieren. Das ist halt auch Demokratie", argumentierte Orosz. Dagegen hatte Sachsens früherer Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) Verständnis für die Blockierer bekundet. Sie hätten "niemanden verletzt, sondern sie haben einfach nur gesper rt."

Laut Biedenkopf wirft das Fragen auf, die man allein strafrechtlich nicht klären kann. Blockaden werden in Sachsen als Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und somit als Straftat bewertet. Selbst Teilnehmer an friedli chen Aktionen mussten sich bereits vor Gericht verantworten.