Die schnelle Autobahnverbindung nach Osten ist Teil des Problems. So schaffte es die gut angebundene sächsische Landeshauptstadt mit 1155 geklauten Autos im vergangenen Jahr auf Platz zwei - das ist eine Quote von 506 auf 100 000 zugelassene Autos. Gefolgt von Görlitz, wo 127 Fahrzeuge abhanden kamen. Bei einer Aufklärungsquote von nur knapp 27 Prozent stehen die Chancen für Eigentümer, ihre Fahrzeuge je wiederzusehen, schlecht, fand das Portal Geld.de heraus. Spitzenreiter ist Frankfurt (Oder) mit insgesamt 264 gestohlenen Fahrzeugen in 2012. Das entspricht einer Diebstahlquote von 844 Wagen je 100 000 zugelassener Fahrzeuge. Cottbus landet mit 183 Diebstählen auf Platz sechs. Weitere Brennpunkte sind Berlin, Potsdam, Rostock, Leipzig, aber auch Aachen, Hamburg und Hannover.

Damit haben sich Brandenburg, Sachsen und Berlin zu Hochburgen für Autodiebe entwickelt. Fast ein Drittel der tatverdächtigen Autodiebe (31 Prozent) kommt von jenseits der deutschen Landesgrenzen. Davon 32 Prozent aus Polen, zwölf Prozent aus der Türkei und 9,5 Prozent aus Litauen. In Görlitz erwischte die Polizei zu fast 90 Prozent ausländische Autoknacker. In Frankfurt (Oder) waren es 88 Prozent.

Geklaut wird auf Bestellung, am besten gehen dabei hochwertige Fabrikate weg. In Sekunden können normale Sicherheitssysteme geknackt werden. Dann werden üblicherweise die Fahrzeuge in ihre Einzelteile zerlegt, die Papiere gefälscht und die Beute abtransportiert. Aus all dem schließt die Polizei, dass hochorganisierte Banden am Werk sind. Als Absatzmärkte gelten Osteuropa mit den Balkanstaaten, der Nahe Osten und Nordafrika.

Einigermaßen sicher können sich die Fahrzeughalter im Süden und Südwesten der Republik fühlen. Fast alle der von Geld.de untersuchten Städte gelten als sicher oder liegen im Mittelfeld. So verschwanden in Garmisch-Partenkirchen nur sieben Autos, in Kempten 13 und in Straubing 15 Wagen je 100 000 Zulassungen.

Gesamtbilanz für Deutschland: 37 000 Mal Autoklau in 2012. Den Schaden für diese 103 gestohlenen Pkw pro Tag müssen laut Verband der Deutschen Versicherungswirtschaft fast alle 42 Millionen Autobesitzer tragen. Denn Kfz-Versicherungen sollen nach ersten Prognosen 2014 bis zu zehn Prozent steigen.

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