196 Euro sollte eine Frau aus Cottbus an einen Schlüsseldienst für eine einfache Türöffnung bezahlen. Der Schlüsseldienst wollte dabei extra abkassieren und stellte den Einsatz von Spezialwerkzeug in Rechnung. Die Cottbuserin beschwerte sich daraufhin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) und fand dort Hilfe. "Das geht nicht", erläutert VZB-Juristin Dunja Neukamp. Der Schlüsseldienst sei schließlich ausdrücklich gerufen worden, um eine Tür fachmännisch mit Werkzeug zu öffnen.

Da könne er das Spezialwerkzeug für genau diese Aufgabe nicht auf den Preis aufschlagen, so die Verbraucherzentrale. Sie brachte eine Abmahnung auf den Weg und fand insgesamt sechs unwirksame Vertragsklauseln. "So hat sich der Schlüsseldienst auch Vorschäden an der Tür bestätigen lassen", sagt Sabine Fischer-Volk von der VZB. "Das gleicht einem Freifahrtschein, denn oftmals entstehen bei einer Türöffnung Schäden." Der Schlüsseldienst habe sich nun verpflichtet, die beanstandeten Regelungen nicht mehr zu verwenden.

Dreiste Maschen von Schlüsseldienst seien beim VZB ein Dauerbrenner, wöchentlich werde eine Anzahl im niedrigen zweistelligen Bereich registriert, und auch in der Verbraucherzentrale Sachsen wurden in diesem Jahr bereits rund 150 Anfragen zu Schlüsseldiensten gemacht. "Eine normale Türöffnung kostet unter der Woche 70 bis 90 Euro", stellt Sabine Fischer-Volk klar. Mit Zuschlägen für Wochenende, Feiertag oder Nacht nicht mehr als etwa 150 Euro.