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| 18:26 Uhr

Dreister Anschlag mitten in Cottbus

Tatort Altmarkt: Die Polizei sperrt nach dem Anschlag das Haus der Handwerkskammer.
Tatort Altmarkt: Die Polizei sperrt nach dem Anschlag das Haus der Handwerkskammer. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Dreister geht es nicht. Mitten in Cottbus, am Altmarkt, haben Bankomatensprenger in der Nacht zum Mittwoch zugeschlagen. bob/fh/sm

Diesmal musste eine Filiale der Sparkasse Spree-Neiße dran glauben. Ein Knall weckte die Bewohner der umliegenden Häuser um 3.43 Uhr. Die riefen umgehend die Polizei, die auch drei Minuten später am Ort war. Trotzdem zu spät. Die Täter konnten fliehen - mitsamt ihrer Beute, wie die Experten der Soko "Fläming" am Nachmittag bestätigen.

Für Besucher des Altmarktes bot sich am Morgen ein Bild der Verwüstung. Die Tür zum Haus der Handwerkskammer, in dem der Geldautomat stand, ist gesplittert. Drinnen liegen die Einzelteile des gesprengten Bankomaten herum. "Durch die Detonation wurde der Automat komplett zerstört, ein Kontoauszugdrucker, Trockenbauwände sowie Glastüren stark beschädigt", beschreibt Polizeisprecher Torsten Wendt. Die Explosion war so heftig, dass sogar die Feuerwehr anrücken musste, um einen kleinen Brand im Raum zu löschen. "Durch die Explosion ist leider erheblicher Schaden für die Handwerkskammer Cottbus entstanden, dessen ganzes Ausmaß wir im Moment noch nicht abschätzen können", sagt Christoph Schäfer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer.

Am Tag danach herrscht Ratlosigkeit auf allen Seiten. Warum schlugen die Täter ausgerechnet hier zu, mitten in Cottbus? Entlang der möglichen Fluchtrouten hätte es Dutzende Geldautomaten gegeben, die leichter zugänglich sind. "Es ist nicht zu fassen, mit welcher Dreistigkeit die Täter mittlerweile vorgehen", sagt Ulrich Lepsch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Spree-Neiße. "Mitten im Stadtzentrum so eine Tat zu begehen, wo viele Menschen in unmittelbarer Nähe leben, das ist schockierend."

Polizeisprecher Wendt sieht es ähnlich: "Das war dreist." Am Morgen hat die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes vor Ort nach Spuren gesucht. Die Soko "Fläming", die für solche Fälle in Brandenburg eingerichtet wurde, hat die Ermittlungen übernommen. Erste Erkenntnis: Es handelt sich offenbar um eine bereits bekannte Tätergruppe.