Verwalter Olaf Ihlefeldt gestern. Erst vorgestern hätten Diebe ein Bronzerelief von der Ruhestätte des Bildhauers Reinhold Felderhoff (1865-1919) auf dem Südwestkirchhof mitgehen lassen. Immer wieder stehlen Metalldiebe beispielsweise von Firmengeländen zum Teil tonnenschwere Bleche, Platten und Schienen. Die Schäden liegen laut Landeskriminalamt (LKA) in Millionenhöhe.
2007 registrierte das Bran-denburger LKA landesweit rund 1750 Fälle von Buntmetalldiebstahl, sagte Sprecher Toralf Reinhardt. 2005 seien es noch 788 Fälle gewesen. Weniger sprunghaft sei die Höhe der gemeldeten Schäden gestiegen: 2005 waren es Reinhardt zufolge 2,7 Millionen Euro, 2007 bereits rund 4,65 Millionen Euro. "Die Diebe haben eine hohe Gewinnerwartung beim Verkauf ihrer Beute bei relativ geringer Gefahr, entdeckt zu werden", erläuterte der Sprecher. Etwa 40 Prozent der Straftaten in der Mark seien aufgeklärt worden.
Als Tatorte geraten Reinhardt zufolge neben Firmen- und einstigen Tagebaugeländen, Energieanlagen und Baustellen eben auch Friedhöfe ins Visier der Diebe. Bis Ende November 2007 habe es auf Friedhöfen 22 gemeldete Metalldiebstähle gegeben - doppelt so viele wie 2006.
Stahnsdorfs Kirchhofverwalter Ihlefeldt betonte: "Die Bilder sind bedrückend. Mit enormem finanziellen und ehrenamtlichen Engagement wird versucht, die einzigartige Anlage zu erhalten. Doch immer wieder gibt es Rückschläge durch Eingriffe in das Kulturdenkmal." Im Fall des vom Bildhauer Felderhoff signierten Reliefs stelle sich die Frage, ob es sich um einen Metall- oder doch um einen Kunstdiebstahl handele. (dpa/mb)