Ob die Symbolik auf dem Marineschiff "Giuseppe Garibaldi" die richtigen Signale setzen kann, ist fraglich. Klar, zum einen ist die "Garibaldi" das Flaggschiff der "Operation Sophia". Die EU-Operation soll im Mittelmeer unter anderem Menschenschmuggler aufspüren und die libysche Küstenwache trainieren. Die Flüchtlingsproblematik betrifft ganz Europa und ist alles andere als gelöst.

Die "Garibaldi" als Kriegsschiff signalisiert aber auch: Europa schottet sich ab, Europa verteidigt sich. Nach den Anschlägen von Paris und Nizza mit Hunderten Toten ist die Sicherheits- und Verteidigungspolitik vor allem ein Anliegen von Hollande.

Der Ort erinnert allerdings auch an den Auftritt des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush, der auf einem Flugzeugträger mit Blick auf den Irakkrieg 2003 verkündet hatte "Mission accomplished". Dass der Krieg danach allerdings noch Jahre weiterging, spricht nicht für eine "erfüllte Mission".

Und so können auch Merkel, Renzi und Hollande in einem halben Tag nicht die Probleme der Europäischen Union lösen, die sich nach dem Nein der Briten zur EU noch verschärft haben. Die einzelnen Staaten kochen ihr eigenes Süppchen; niemand weiß, wie es mit dem Austritt der Briten wirklich weitergeht. Eine gemeinsame Vision für eine neue EU haben auch Merkel, Hollande und Renzi bisher nicht, obwohl sie sich schon Ende Juni in gleicher Formation getroffen haben.

Jeder der drei hat seine eigene, innenpolitische Mission. In Deutschland und Frankreich wird im Herbst beziehungsweise Frühjahr 2017 gewählt.