Das Gericht sah es gestern als erwiesen an, dass der Mann mehrere Brände im Stadtteil Sonnenberg gelegt hatte. Ein erster, 22 Jahre alter Serienbrandstifter, der zeitgleich Feuer legte, war im Januar in die Psychiatrie gekommen.
Die beiden Brandstifter hatten zumeist in Abrisshäusern und Gartenlauben Feuer gelegt. Sie hatten 2001 und 2002 für erhebliche Unruhe gesorgt (die RUNDSCHAU berichtete). Beide gingen unabhängig voneinander nach der gleichen Weise vor, so dass die Polizei zunächst von einem Täter ausging. Meist zündelten sie mit Feuerzeugen an altem Papier oder Stoff, ohne dass sie dabei Brandbeschleuniger benutzten. Die Ermittler sprachen von einem "kriminalistischen Phänomen", da sich auch die Täterbeschreibungen in vielen Dingen deckten. Die Feuer wurden schnell entdeckt und gelöscht, niemand wurde verletzt.
Das Chemnitzer Landgericht folgte der Einschätzung eines psychiatrischen Gutachters, der dem 29-Jährigen ein gestörtes Sozialverhalten und einen niedrigen Intelligenzquotienten bescheinigte.
Der Mann habe ein ausgeprägtes Aggressionsverhalten, sagte der Vorsitzende Richter Paul Lang. Er müsse erst in einem Krankenhaus Konfliktbewältigungsstrategien erlernen. Der Mann sei in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich gemindert. Zudem sei zu befürchten, dass der Mann weiterhin Brände lege. (dpa/wie)