Sondereinsatzgruppen der Polizeien aller drei Länder wollen den Verbrechern gemeinsam das Handwerk legen. Jede der drei Einheiten hat eine spezielle Aufgabe: Die Deutschen entschärfen die von den Terroristen ausgelegten Sprengladungen. Die Polen stellen das Fahrzeug, und die Tschechen überwältigen die fliehenden Männer.

Intensivere Kontrollen
Gemeinsame Aktionen - wenngleich auch nicht in dieser Größenordnung - sind für die Polizeibehörden der drei benachbarten Länder Alltag. Um diese Gemeinsamkeit im Vorfeld des Beitritts Polens und Tschechiens zum Schengener Abkommen zu demonstrieren, luden sie am Sonnabend zum ersten internationalen Polizeifest auf den Görlitzer Flugplatz ein. "Wir wissen, dass es in der Bevölkerung im Zusammenhang mit dem geplanten Wegfall der Grenzkontrollen Ängste und Befürchtungen gibt", so der Leiter der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien, Richard Linss. Gleichzeitig versichert er, dass die Polizeien aller drei Länder "effektive Maßnahmen" zur Aufrechterhaltung der Sicherheit ergreifen werden. Dazu zählen unter anderem verdachtsunabhängige Kontrollen auf Bundesstraßen und im grenznahen Gebiet. "Im Landesinneren wird e s nach dem Beitritt Polens und Tschechiens zum Schengener Abkommen eine intensivere Kontrolltätigkeit geben", so der leitende Polizeidirektor. Ähnlich wie der Zoll setze man dabei auf mobile Einsatzgruppen. Der Informationsaustausch zwischen der deutschen, polnischen und tschechischen Polizei wird optimiert und die Öffentlichkeitsarbeit in den grenznahen Gebieten ver stärkt. "Wir können zunächst einen leichten Anstieg der Kriminalität nicht ausschließen, dieser wird aber nur einen geringen Umfang haben", versichert Richard Linss.

Vergleich mit EU-Beitritt 2004
Marek Kazimierzak, Leiter der Polizeikreiskommandantur Zgorzelec, vergleicht die Situation mit der vor dem Beitritt Polens zur Europäischen Union im Jahre 2004. "Auch damals gab es Angst vor höherer Kriminalität, die sich aber als unbegründet erwies", erklärt er. Die polnische Polizei treffe keine speziellen Vorbereitungen für den Beitritt zum Schengener Abkommen, sondern setze auf die bereits in den letzten Jahren gute Zusammenarbeit mit den deutschen und tschechischen Kollegen.
Miroslav Dvorak, Polizeikommandant des Bezirkes Nordböhmen, räumt ein, dass es auf der tschechischen Seite des Grenzgebietes eine "gewisse Unruhe" gibt. "Wir garantieren, in der Nähe der Grenze präsent zu bleiben und weiterhin effektiv zu kontrollieren", betont er.