Die beiden Reuters-Mitarbeiter wurden wegen der mit langen Objektiven versehenen Kameras um ihre Schultern von der Besatzung fälschlicherweise als Aufständische mit Kalaschnikows gehalten. Der erst 22 Jahre alte Fotograf Namir Nur-Eldeen und sein 40 Jahre alter Assistent und Fahrer Said Chmagh sind zu sehen, wie sie zunächst in aller Ruhe in Begleitung anderer eine Straße entlang gehen - und dann ins Visier des Kampfhubschraubers geraten. Nach den ersten Salve versuchen die Männer panisch Schutz zu suchen - das schwere Geschütz des Helikopters wirbelt am Boden dicke Staubschwaden auf, Steinbrocken fliegen umher. Insgesamt starben bei dem verheerenden Angriff vom Juli 2007 bis zu 15 Menschen, berichtete der US-Fernsehsender CNN am Dienstag. Festgehalten sind auch die teils menschenverachtenden Dialoge zwischen Cockpit und Kommando. "Hahaha - ich hab sie getroffen!", lacht einer der Piloten nach dem verheerenden Beschuss aus der 30-Millimeter-Bordkanone. "Da liegen jetzt ein Haufen Leichen herum - ein Typ kriecht noch umher", sagt jemand. "Wir schießen noch ein paar mehr." Ein Crewmitglied meint ungeduldig: "Kommt schon, lasst uns schießen." Ein Soldat sagt zum anderen: "Du schießt, ich rede." Eine Untersuchung der Attacke habe ergeben, dass "den beteiligten US-Soldaten die Anwesenheit von Reportern nicht klar war, und dass alle verfügbaren Hinweise darauf schließen ließen, dass der Angriff Aufständischen galt und nicht Zivilisten", zitiert CNN eine Stellungnahme der US-Streitkräfte. Es habe seitens des Militärs nie den Versuch einer Vertuschung gegeben. Das Video zeigt, wie sich der Fahrer Said Chmagh noch schwer verletzt davon schleppen will. "Jetzt musst Du nur noch eine Waffe aufheben", meint ein Besatzungsmitglied. Als ein Kleinbus heranrast und den 40-Jährigen bergen will, eröffnet die Apache-Besatzung abermals das Feuer - der Bus wird von den Geschosseinschlägen hin und hergeschleudert. Anscheinend starb Chmagh erst nach dem neuerlichen Beschuss, berichtete CNN. Sein junger Kollege ist zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Die Wikileaks-Betreiber sehen sich als "Ansprechpartner für diejenigen, die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen." Die Idee dahinter: Kritische Journalisten und Blogger sollen die geheimen Informationen aufgreifen und so Öffentlichkeit herstellen.