Auf bis heute unerklärliche Weise war der 61-jährige Ulrich Wolf am Morgen des 3. Februar in das vier Grad kalte Wasser eines Fischteiches in Stradow gefallen. Es war ein Zufall, wie es ihn im Leben nur selten gibt, dass der Dachdecker Marco Richter auf dem Weg zur Baustelle und der RUNDSCHAU-Fotograf Peter Becker auf Motivsuche dort vorbeikamen. Sie stoppten ihre Autofahrt, weil das liegengebliebene Fahrrad des Stradowers den Weg versperrte. Als die beiden ein leises Röcheln hörten, entdeckten sie hinter trockenen Grasbüschen einen Kopf im Wasser des Teiches. "In diesem Augenblick denkst du, du träumst, das kann es doch gar nicht geben", erinnert sich Peter Becker an diese scheinbar unwirkliche Minute. Ohne zu zögern, nahmen sie alle Gedanken, alle Kraft zusammen und zogen den völlig unterkühlten Mann heraus. Sofort riefen sie den Rettungsdienst an und wickelten den reglosen Körper in eine Decke, die Peter Becker für seinen Hund Maggy immer im Auto hat.

Der Arzt bescheinigte den beiden Rettern später: Ulrich Wolf hätte ohne ihre Hilfe nur noch wenige Minuten gelebt. Seine Körpertemperatur war auf 27 Grad gesunken. Cordula Wolf habe mit dem Schlimmsten gerechnet, wie sie erzählt. Aus eigener Kraft könne sich aus dem Schlamm und dem kalten Wasser des Fischteiches niemand selbst befreien.

17 Tage brachte der Stradower im Cottbuser Klinikum zu, die ersten Tage im Koma. Immer noch schwach, gehe es ihm heute gut, wie er sagt. Sein Glück könne er kaum fassen und ist den beiden Rettern von Herzen dankbar.

Lausitz seite 2