Wie der Biologe Jörg Feddern von der Umweltschutzorganisation Greenpeace sagte, geht aus Satellitenbildern hervor, dass der Ölteppich mittlerweile 130 Kilometer lang und bis zu 30 Kilometer breit sei. Inzwischen schließt kaum mehr ein Experte aus, dass das Öl die südtürkische Küste erreichen wird. "Weite Küstenstreifen entlang des Mittelmeers könnten dann auf lange Sicht verseucht werden", so Feddern.
Der Ölpest hatte sich nach israelischen Luftangriffen auf die Öltanks eines küstennahen libanesischen Kraftwerks Mitte Juli entwickelt. Dabei waren 15 000 Tonnen schweren Heizöls ins Mittelmeer geflossen.
Wegen des andauernden Krieges können die Ölverschmutzungen im Meer und an den Stränden derzeit nicht fachgerecht beseitigt werden. "Das Öl beginnt deshalb, in seine hoch giftigen Komponenten zu zerfallen", erklärte der libanesische Umweltberater Wael Hmaidan in Beirut. Tausende verendete Fische, Krabben und Schildkröten seien bereits ans Ufer geschwemmt worden. (dpa/roe)