"Es ist ein tragischer Unfall", sagte Polizeisprecher Heiko Schmidt. Hinweise auf einen Selbstmord gebe es nicht. Aus Ermittlerkreisen hieß es aber: "Die Sache ist komisch." Schließlich stamme der Vater, der getrennt von der Mutter des Jungen lebte, aus der Region. Der 30-Jährige habe sich dort auch bestens ausgekannt. Spekulationen über SuizidAußerdem standen laut Feuerwehr die Schuhe des Jungen neben dem Eisloch. Allerdings gebe es keinen Abschiedsbrief, die Ex-Lebensgefährtin habe auch nicht von einem Streit berichtet. Polizeisprecher Schmidt bezeichnete einen möglichen Suizid als reine Spekulation und ergänzte, die Schuhe seien nach seinen Informationen im Wasser des früheren Torflochs gefunden worden. Nach Auskunft der Polizei hatte der Vater sein Kind wie an jedem Sonntag bei der Mutter zum Spaziergehen abgeholt. "Die Ermittlungen ergaben, dass beide Verunglückte noch einige Meter über die Eisfläche gegangen sein müssen, bis sie einbrachen", sagte Schmidt. Nach Angaben des Feuerwehrmannes Peter Kamolz war das Gewässer mit etwa 100 Metern Durchmesser längst nicht völlig zugefroren. An der Stelle, wo Vater und Sohn einbrachen, ist der See fünf bis sechs Meter tief. Seit Tagen herrschte in der Region Tauwetter, am Sonntagnachmittag lagen die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst bei vier bis sechs Grad.Die ehemalige Lebensgefährtin und Mutter des Kindes hatte am Sonntagabend gegen 19.30 Uhr eine Vermisstenanzeige aufgegeben. Letztes Telefonat Eine Bekannte des Mannes hatte seit zwei Stunden vergeblich versucht, telefonischen Kontakt zu dem 30-Jährigen zu bekommen. Zuvor hatte die Frau noch mit ihm telefoniert. Dabei erzählte er, dass er mit seinem Sohn über einen zugefrorenen See spaziere. Danach beendete der Mann überraschend das Gespräch und sagte, er werde gleich zurückrufen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Die von der Mutter des Kindes alarmierten Einsatzkräfte suchten schließlich alle infrage kommenden Gewässer ab."Dann meldete uns der Hubschrauberpilot, dass er an einem Eisloch in dem See Kleidungsstücke gesehen habe", berichtete Kamolz. Gegen 0.45 Uhr wurden die Leichen aus dem Kellner Fenn geborgen. Der Waldsee ist ein Überbleibsel des Torfanbaus im 19. Jahrhundert. Die Polizei warnte angesichts des tragischen Vorfalls erneut vor dem Betreten von Eisflächen. "Auch nach mehreren Wochen mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kann das lebensgefährlich sein", sagte ein Sprecher.