Die Leute, meinte sie, "kommen an, sehen die Stadt und stellen fest, hier ist nichts". Was 8800 Menschen offenbar anders sehen, die leben in Barth. Wie die Interviewte selbst auch. Interessant, dass die unter Großstädtern beliebte Provinzverachtung es schon bis in die Provinz geschafft hat. Bloß: Was soll das?

Provinz gilt im gesellschaftlichen Diskurs als Problemzone. Weil es da ja nichts gibt und die vernünftigen Leute längst weg sind, heißt es gern.

Aber es gibt ein Deutschland, das lebt da draußen. Und zwar nicht aus Verzweiflung. Im Gegenteil. Dort lebt man gut - und integriert oft noch besser.

Weil sich die Menschen näher sind und es automatisch miteinander versuchen. Ein Job findet sich auch leichter, wenn der Werkstattmeister und die Pflegedienstleiterin die Leute kennen, die sich bewerben. Das alles ist auch etwas wert.

Jetzt müssen nur noch die Flüchtlinge begreifen, dass sie auch oben in Barth etwas aufziehen können. Besser vielleicht als in Bremen oder Gelsenkirchen.