25 000 Euro zahlen muss. Auf diesen extra Schadenersatz hatte der Mann geklagt, weil er nach 535 Tagen Untersuchungshaft, der damit verbundenen Rufschädigung und einer Erkrankung in der Haft seine Existenz als Dönerverkäufer aufgeben musste. Mehr als 25 000 Euro Haftentschädigung - 50 Euro pro Tag - hatte Veysel K. bereits erhalten.

Im März 2009 war Veysel K.'s damalige Geliebte, eine Verkäuferin aus Doberlug, tot in ihrem Auto gefunden worden. Die Polizei vermutete schnell ein Tötungsdelikt und hatte Veysel K. in Verdacht. Dieser wird verhaftet, angeklagt und wegen Totschlags zu neun Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht Cottbus war der Überzeugung, dass der Angeklagte sein Opfer beim oder nach dem Sex schwer verletzt und dann erstickt habe, um die Schmerzensschreie der Frau zu unterdrücken. Der vermeintliche Tatgegenstand wurde aber nie gefunden.

Dieses Urteil hob der Bundesgerichtshof auf - weder Tatmotiv noch genaue Todesursache seien ausreichend geklärt worden. Im Revisionsprozess 2013 spricht eine andere Kammer des Landgerichts Cottbus Veysel K. frei. Neue medizinische Gutachten hatten ergeben, dass die Lausitzerin an einer Lungenembolie starb - offenbar ausgelöst durch eine ungewollte Verletzung im Genitalbereich.

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