Das Oberlandesgericht (OLG) Brandenburg wies den Antrag des Mannes ab und ließ auch keine Revision zu, teilte Gerichtssprecherin Judith Janik am Dienstag mit.

Der Mann hatte 535 Tage in Untersuchungshaft gesessen, weil er seine Geliebte aus Doberlug-Kirchhain beim Sex getötet haben sollte. Eine erstinstanzliche Verurteilung wurde später vom Bundesgerichtshof aufgehoben. Für die rund 18 Monate Untersuchungshaft erhielt der Mann dann rund 25 000 Euro Entschädigung - 50 Euro pro Tag.

Vor Gericht wollte er noch einmal diese Summe als eine Art Schmerzensgeld, weil er aufgrund der langen Untersuchungshaft seine berufliche Existenz als Dönerverkäufer aufgeben musste. Aus seiner Sicht habe damals ein Gutachter für die Justiz seine Pflichten verletzt. Die Richter folgten dieser Argumentation aber nicht. Einerseits sei nicht bewiesen, dass das Gutachten falsch gewesen sei. Andererseits sei auch unklar, ob der Mann nicht auch bei der Nennung von möglichen anderen Todesursachen in Untersuchungshaft gekommen wäre.

Im erstinstanzlichen Schuldspruch hatte das Landgericht Cottbus den Mann im Jahr 2010 zu neun Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Er habe seine Geliebte beim Sex erstickt, waren die Richter überzeugt und stützten sich dabei auch auf das Gutachten. In der nächsten Instanz kam der Bundesgerichtshof aber zum Schluss, dass die Frau nach einer Verletzung im Vaginalbereich auch durch eine Luftembolie gestorben sein könnte. Das Urteil wurde aufgehoben und der Mann dann vor vier Jahren in einem Revisionsprozess freigesprochen.

Das Gutachten war damals nur ein Teil von mehreren Indizien. Der Mann war damals auch unter Verdacht geraten, weil er die Leiche der Frau in ihr Auto geschafft und dieses auf einem Parkplatz in Finsterwalde abgestellt hatte. Bei ersten Vernehmungen bestritt er zudem, die Frau zu kennen.