"Mit einer Million wäre uns schon geholfen. Die würden wir sofort nehmen", sagt der Bürgermeister von Rietschen (Landkreis Görlitz) Ralf Brehmer auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Im Stundenrhythmus passieren Züge der Odeg-Linie 65 zwischen Cottbus und Zittau das Bahnhofsgebäude mit den vernagelten Fenstern. "In den Klinkerbau sollen preiswerte Wohnungen für junge Leute rein", erklärt der SPD-Politiker. "Aber uns fehlt das Geld."

Bedarf an den vom Bundesverkehrsminister in Aussicht gestellten Fördermillionen, die von den Ländern mit weiteren 50 Millionen Euro aufgestockt werden sollen, gibt es in den ländlichen Regionen der Lausitz reichlich. Viele sind allerdings schon lange behindertengerecht ausgebaut. Brehmer hofft, dass Dobrindt auch einen Blick auf das Umfeld hat.

Die Bahnhöfe in Altdöbern und Calau darben seit Jahren vor sich hin. Nach den Zugunglücken in Hosena (alle Oberspreewald-Lausitz) sind Gleise und Oberleitungsnetz repariert worden. Der marode Bahnhof wurde jedoch nie angefasst.

Welche Bahnhöfe die Kriterien des Dobrindt-Programms erfüllen, muss nun von den Ländern Brandenburg und Sachsen festgestellt werden. "Jetzt muss geprüft werden, wer auf die Liste an den Bund kommt", erklärt der Pressesprecher des Potsdamer Infrastrukturministeriums Steffen Streu. "Und es müssen auch die Mittel zur Kofinanzierung aufgebracht werden."