Der Aufzug zeige, dass Warnungen vor einer wachsenden Gefahr von Rechts weder Phantomschmerzen seien noch unnötige Hysterie oder Panik, sondern berechtigte Sorge. Rund 6000 Rechtsex treme aus Deutschland und dem Ausland hatten am Samstag den Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13./14. Februar 1945 für einen Aufmarsch genutzt. Laut Verfassungsschutz war es europaweit eine der größten Kundgebungen der Rechtsextremen in den vergangenen Jahrzehnten. Ein überparteiliches Bündnis hatte unter dem Motto "Geh denken" dazu aufgerufen, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. CDU und FDP entsandten offiziell keine Vertreter, da sie mit Blick auf die 25 000 Opfer der Angriffe ein stilles Gedenken für angemessen hielten. Die FDP machte später geltend, dass einzelne Liberale sich in die mehr als 10 000 Teilnehmer bei "Geh denken" einreihten. "Dieses Datum ist nicht für politische Kundgebungen geeignet", sagte am Montag der Fraktionschef der CDU im Landtag, Steffen Flath. Zugleich hielt er es für dringend geboten, den "braunen Spuk in Dresden" zu unterbinden. Flath schlug vor, große Teile der Innenstadt künftig nicht mehr für solche Demonstrationen freizugeben. Auch FDP-Fraktionschef Holger Zastrow sah dafür eine "neue Diskussionsgrundlage". Bisher hatte die FDP die Versammlungsfreiheit als Argument gegen Beschränkungen ins Feld geführt. Linke kündigt Anhörung anDie Polizei geriet wegen ihres Vorgehens bei einer Gegendemonstration in die Kritik. Die Linke im Landtag kündigte eine Anhörung an. Es müsse vor allem untersucht werden, warum Teilnehmer der Demonstration "No pasarán" von Polizisten nicht zur Abschlusskundgebung auf den Theaterplatz gelassen wurden. Nach Augenzeugenberichten riegelten Beamte einen Durchgang etwa 250 Meter vom Theaterplatz entfernt ab. Bei Rangeleien wurden daraufhin einige Demonstranten leicht verletzt. Linksautonome bewarfen Polizisten und beschädigten später Fahrzeuge. Buttolo zieht positives Fazit Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) zog am Montag ein positives Fazit der Polizeieinsätze. Massive Ausschreitungen habe es nicht gegeben. SPD, Linke und Grüne kritisierten die Union, weil sie dem Aufruf zur Veranstaltung "Geh denken" nicht folgte. Die Linken sprachen von einem Armutszeugnis für ganz Sachsen. "Im Gegensatz zu vielen anderen Regionen Deutschlands hat bei uns die CDU ein gemeinsames Auftreten aller Demokraten gegenüber den Nazis verhindert, auf diese Weise die Bevölkerung verunsichert und die Wirkung des Widerstandes gegen die Nazis geschwächt", erklärte Parteichefin Cornelia Ernst. dpa/das