Ganz schön viele Regeln in Deutschland: Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup macht seinem Ärger über Baunormen Luft und stellt das Prüfwesen an der Großbaustelle BER infrage. Sein Problem: Der Flughafen soll im Oktober 2020 eröffnet werden, und noch gibt es Baumängel. Der Zeitschrift Arch+ sagte Lütke Daldrup, dass es vor 20 Jahren „nur 25 Prozent der Normen, die wir heute haben“, gegeben hätte: „Ließe man von diesen die Hälfte weg, wäre es generell einfacher, billiger und effizienter, in Deutschland zu bauen.“ Bezogen auf den BER stellte er infrage, ob die Prüfstandards immer angemessen seien.

Der RBB zitierte nun aus einer behördeninternen Mail. Demzufolge soll Lütke Daldrup geprüft haben, ob Prüfkriterien des Tüv beim BER gelockert werden könnten. Dieser Meldung lässt der BER-Chef widersprechen. Zwar gab es eine Sitzung mit Brandenburgs Bauministerin Kathrin Schneider (SPD). In dieser seien grundsätzliche Fragen zur Bauprüfung besprochen worden, sagte Lütke Daldrups Sprecher Hannes Stefan Hönemann: „Herr Lütke Daldrup hat aber nicht Paragraf XY genannt, der verändert werden müsste. Darum ging es nicht.“

Die Frage, ob die geplante Eröffnung des Flughafens im Oktober 2020 von einer Vereinfachung der Bauvorschriften abhängig ist, beantwortete der BER-Sprecher mit Nein. Im Bauausschuss des Landtags sagte Ministerin Schneider am Freitag, dass noch vorhandene Mängel am Flughafen-Projekt beseitigt werden müssten. Es würden weder Bauordnung noch Prüfordnung geändert.

Großflughafen BER Ohne Mängel geht es nicht

Schönefeld/Potsdam