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| 02:41 Uhr

Diplomaten: In Libyens sehen "KZ-ähnliche" Zustände in Libyens

Berlin. Deutsche Diplomaten in Afrika prangern in einem internen Lagebericht massive Menschenrechtsverletzungen in libyschen Privatgefängnissen an, wo Schlepper ausreisewillige Migranten gefangen halten. "Exekutionen nicht zahlungsfähiger Migranten, Folter, Vergewaltigungen, Erpressungen sowie Aussetzungen in der Wüste sind dort an der Tagesordnung", zitiert die "Welt am Sonntag" aus einer diplomatischen Korrespondenz der deutschen Botschaft in Nigers Hauptstadt Niamey an das Bundeskanzleramt und mehrere Ministerien. dpa/uf

Die Rede ist von "allerschwersten, systematischen Menschenrechtsverletzungen". Wörtlich heißt es demnach: "Authentische Handy-Fotos und -videos belegen die KZ-ähnlichen Verhältnisse in den sogenannten Privatgefängnissen." Mehr als 180 000 Menschen kamen im vergangenen Jahr von Nordafrika nach Italien; beinahe 90 Prozent brachen von Libyen aus übers Mittelmeer nach Europa auf. Die Fraktionschefin der Grünen im EU-Parlament, Ska Keller, warnte vor einem Abkommen mit Libyen zur Rücknahme von Migranten.