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Dioxin belastet die Forster Luft

Auf der Deponie in Brozek brennt seit Wochen Plastikmüll.
Auf der Deponie in Brozek brennt seit Wochen Plastikmüll. FOTO: sbl
Forst. Im polnischen Brozek brennen und schwelen seit sechs Wochen 25 000 Tonnen Kunststoff auf dem Lagerplatz einer Recyclingfirma. Wenn der Qualm Richtung Forst (Spree-Neiße) weht, klagen die Anwohner über Husten und Augenreizungen. Katrin Kunipatz

Bei verschiedenen Messungen konnte die Feuerwehr keine akute Gesundheitsgefahr feststellen.

Auf Drängen der Bevölkerung veranlasste der Landkreis eine 24-Stunden-Luftschadstoffmessung, die am13. März stattfand. In der fraglichen Nacht war Forst wiederholt in eine Qualmwolke gehüllt. Seit Dienstag liegen die Ergebnisse dem Kreis vor. Karl-Heinz Grütte, Experte vom brandenburgischen Umweltministerium, erläuterte gestern Bürgern und Vertretern der Forster Stadtverwaltung die Zahlen. Explizit ging er auf die Menge der Dioxine ein, die als besonders giftige Verbindungen eine Gefahr für den Menschen darstellen können. Ermittelt wurden in den Luftproben zehn Pikogramm pro Kubikmeter Luft im Verlauf der 24 Stunden.

Wie Grütte weiter ausführte, nimmt der Mitteleuropäer im Durchschnitt pro Tag über die Nahrung eine um das zehn bis zwanzigfache dieser Menge auf. "Es hat aber eine zusätzliche Belastung gegeben, die nicht zu tolerieren ist", schlussfolgert der Experte.

Wie Landrat Harald Altekrüger (CDU) ausführte, sei die polnische Seite seit Donnerstag vergangener Woche dabei den Brandherd abzudecken, um den weiteren Qualm zu verhindern. Bisher seien etwa 70 Prozent der Fläche abgedeckt. Der Landrat geht deshalb davon aus, dass bis zum Ende der Woche der Schwelbrand eingedämmt ist.