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Digitalisierungsstau am Ladentisch

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Cottbus/Dresden. Die Digitalisierung verändert die Einzelhandeslandschaft in Brandenburg, allerdings bremsen Wissensstand, Zeitmangel und fehlende Budgets die Entwicklung. Nur 16 Prozent der Handelsunternehmen im Land Brandenburg haben ein eigenes Budget für Digitalisierungsmaßnahmen. Beate Möschl

Darauf weist die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus vor dem Hintergrund einer bundesweiten Studie zur Digitalisierung im Einzelhandel hin, die in Kooperation mit der IHK-Organisation entstanden ist.

An der Online-Befragung hatten sich auch Lausitzer Händler beteiligt. Die Sonderauswertung für Sachsen liegt noch nicht vor. Die Ergebnisse für Brandenburg wurden am Mittwoch präsentiert. Brandenburgs Händler geben fehlende zeitliche Ressourcen als größtes Hemmnis für die weitere Digitalisierung an (57 Prozent), gefolgt von rechtlicher Unsicherheit (42 Prozent) und den Investitionskosten (40 Prozent). Den höchsten Beratungs- und Schulungsbedarf sehen sie in den Bereichen Kommunikation über Social Media (43 Prozent), IT-Sicherheit und Datenschutz (37 Prozent). "Die Ergebnisse bestätigen unseren Weg, als Kammern in Brandenburg gezielte Beratungs- und Schulungsangebote für die Händler unserer Region anzubieten", sagt Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus. "Leider ist der Handel bei Förderprogrammen des Landes und des Bundes zur Begleitung der Digitalisierung in der Wirtschaft bisher ausgeklammert. Diese Programme müssen endlich für die Handelsbranche geöffnet werden."

Der Studie zufolge sind deutschlandweit derzeit 35 Prozent der Händler sowohl online als auch off line unterwegs, elf Prozent nutzen ausschließlich online-Kanäle zum Verkauf ihrer Produkte, noch 54 Prozent betreiben ausschließlich stationäre Ladengeschäfte.