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| 17:13 Uhr

Grenzenloses Streaming
Online-Abos ab Sonntag in ganzer EU nutzbar

Verbraucher können auf ihre Online-Abos für Musik, Filme oder Sport künftig auch im EU-Ausland zugreifen. Am 1. April tritt die Regelung in Kraft.
Verbraucher können auf ihre Online-Abos für Musik, Filme oder Sport künftig auch im EU-Ausland zugreifen. Am 1. April tritt die Regelung in Kraft. FOTO: Britta Pedersen / dpa
Brüssel. Filme, Sport und Musik ohne Grenzen: Verbraucher können künftig auch im EU-Ausland auf ihre Online-Abos zugreifen.

Am Ostersonntag tritt eine neue EU-Regelung in Kraft, wonach Anbieter von kostenpflichtigen Abos wie Netflix, Sky Go oder Spotify ihren Kunden auch auf Reisen im EU-Ausland Zugriff auf die Inhalte ihres Heimatlandes gewähren müssen. Bislang besteht aufgrund einer bestimmten Form des Geoblockings häufig keiner oder nur begrenzter Zugriff im Ausland.

„Endlich können Verbraucher ihre bezahlten Online-Inhalte europaweit nutzen. Der nächste Schritt muss sein, Verbrauchern auch den Zugang zu Angeboten zu gewähren, die nur in einem anderen Mitgliedstaat verfügbar sind. Momentan sind EU-Bürger in vielen Fällen noch auf die des eigenen Landes beschränkt“, erklärt Karolina Wojtal, Jursitin beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland.

Verbraucher können ihre kostenpflichtigen, internetbasierten Streaming-Abos ab April im Urlaub oder im Rahmen einer Geschäftsreise im EU-Ausland nutzen. Das gilt in der Regel für Serien, Filme, Musik, Sportveranstaltungen sowie für E-Books. Lediglich kostenpflichtige, internetbasierte Streamingund Pay-TV-Dienste wie Spotify, SkyGo, Netflix oder Amazon Prime können mit dieser neuen Regelung genutzt werden. Dabei muss der Streaming-Dienst dem Nutzer unter den gleichen Bedingungen wie im Heimatland zur Verfügung stehen: selber Inhalt, selbe Produktauswahl, selbe Anzahl von Endgeräten und dieselben Funktionen.

Vom 1. April an müssen die Dienstleister den Wohnsitz ihrer Kunden mithilfe der Kreditkarte oder der IP-Adresse prüfen. Macht ein Deutscher dann beispielsweise Urlaub in Spanien oder ist auf Geschäftsreise in Belgien, muss er trotzdem die Inhalte nutzen können, für die er in der Bundesrepublik zahlt.

„Wir begrüßen diese Neuerung sehr, da sie der immer größer werdenden Mobilität der EU-Bürger Rechnung trägt. Kritisch sehen wir allerdings die Tatsache, dass nicht genau festgelegt ist, wann es sich um einen nur ‚vorübergehenden Aufenthalt‘ handelt. Dies kann zu Schwierigkeiten zwischen den Anbietern und ihren Kunden führen. Zudem sind wir der Meinung, dass kostenlose Dienste und die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender zukünftig ebenfalls im EU-Ausland zur Verfügung stehen sollten“, sagt Wojtal.

Hält sich ein Verbraucher dauerhaft in einem anderen EU-Land auf, weil dieser beispielsweise dorthin umgezogen ist, kann ihm der Anbieter den Zugang zu den Inhalten verweigern und ist berechtigt zu prüfen, wo sich der Hauptwohnsitz des Verbrauchers befindet.

Die öffentlich-rechtlichen Sender sowie andere kostenlose Dienste entscheiden hingegen selbst, ob sie ihre Inhalte im EU-Ausland zur Verfügung stellen.

(dpa/pm/lsc)