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| 11:56 Uhr

Ist das noch umweltfreundlich?
Ist Onlineshopping umweltfreundlich?

FOTO: pixabay/Brahmsee / Pixabay.com/Brahmsee
Der Onlinehandel boomt und immer mehr Pakete werden an Privathaushalte geliefert. Jährlich wächst die Menge an versendeten Paketen um 9 Prozent. Allein Amazon verschickte im vergangenen Jahr 317 Millionen Pakete über DHL und in Eigenregie. Die Massen an Sendungen müssen natürlich transportiert werden. Täglich sind deshalb tausende Autos und Lkws mit Paketsendungen unterwegs. Ist das noch umweltfreundlich?

Schlechte CO2-Bilanz durch Transporter?

Unternehmen mit Fahrzeugflotten wissen um die problematischen Umweltbilanzen, die sie durch den vermehrten CO2-Ausstoß mitverursachen. Deshalb steuern die meisten bereits dagegen. Großlogistiker wie DHL setzen beispielsweise auf einigen Langstrecken Erdgas-Fahrzeuge von Iveco ein, die eine nachhaltige Alternative zu Dieselfahrzeugen sind. Auf Kurzstecken setzen zahlreiche Paketdienste immer häufiger auf Elektrofahrzeuge oder E-Bikes mit Transportboxen (Cargo-Bikes). Immer öfter sind Fahrzeuge auch mit praktischen Eco-Systemen ausgestattet, die dabei helfen, den Spritverbrauch, die Fahrweise oder auch die Lieferroute so anzupassen, dass sie umweltverträglicher werden. Eine GPS-Ortungs-Software wie die von Verizon Connect erhöht nicht nur die Fahrer- und Fahrzeugsicherheit durch ein modernes Flottenmanagement; sie bietet gleichzeitig einen sogenannten Eco-Buzzer, der wirtschaftliches und umweltverträglicheres Fahren unterstützen soll. Denn nicht allein die Fahrzeuge entscheiden über die Umweltbilanz, sondern auch der Fahrstil. Fährt jemand ausgeglichen, bremst weniger oder fährt mit niedrigen Drehzahlen, führt das zu weniger CO2-Ausstoß.

Angewohnheiten von Verbrauchern sind mitentscheidend

Onlineshopping aufgrund des Warentransports als Umweltsünde zu deklarieren, greift zu kurz. Viele Faktoren entscheiden darüber, wie der ökologische Fußabdruck des Handels aussieht. Der Bund für Umwelt und Naturschutz beispielsweise verweist darauf, dass der Online-Einkauf mitunter sogar umweltfreundlicher sein kann als der Einkauf vor Ort. Wer nämlich mit dem Pkw verschiedene Geschäfte für seine Besorgungen anfährt und ein weniger schonendes Fahrzeug benutzt, schadet der Umwelt weitaus mehr, als wenn er die Waren über den Onlineversand erhalten würde. Entscheidend ist auch das Einkaufsverhalten jedes Einzelnen. Nachhaltig shoppen bedeutet, Einkäufe zu bündeln und Retouren möglichst zu vermeiden. Retouren sind ein großes Problem, denn sie verursachen sinnlose Transportfahrten. Allein im Segment Bekleidung wird fast die Hälfte aller Bestellungen an Händler zurückgeschickt. Der Onlinehandel also ist nicht per se umweltschädlich. Vielmehr ist es die Verkettung vieler Faktoren - vonseiten der dienstleistenden Zusteller wie auch der Verbraucher -, die dazu führen kann, dass die Umweltbilanz kippt. Je nach individuellem Vorgehen kann der Onlinehandel jedoch umweltverträglicher sein als das Shopping vor Ort.