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| 16:20 Uhr

Über E-Mail-Anhänge oder Links
Gefährliche PC-Schadsoftware Emotet greift um sich

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor der Schadsoftware Emotet. Diese schleust sich über E-Mail-Anhänge ins System und holt sich nicht nur sensible Daten, sondern kann ganze Netzwerke zum Absturz bringen.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor der Schadsoftware Emotet. Diese schleust sich über E-Mail-Anhänge ins System und holt sich nicht nur sensible Daten, sondern kann ganze Netzwerke zum Absturz bringen. FOTO: dpa / Oliver Berg
Bonn. Gefälschte E-Mails im Namen von Freunden, Nachbarn oder Kollegen gefährden im Moment ganze Computer-Netzwerke: Die Schadsoftware Emotet gilt als sehr gefährlich. Auch in Deutschland verursacht das Schadprogramm zunehmend Schäden, teilweise in Millionenhöhe. Grund: Ganze IT-Systeme kollabieren.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn hat in den vergangenen Tagen eine auffällige Häufung an Meldungen erhalten, die im Zusammenhang mit Emotet stehen. Das Schadprogramm wird über Spam-Mails verteilt und stellt eine akute Bedrohung für Unternehmen, Behörden und Privatanwender dar. Emotet liest die Kontaktbeziehungen und E-Mail-Inhalte aus den Postfächern infizierter Systeme aus. Diese Informationen nutzen die Täter zur weiteren Verbreitung des Schadprogramms.

Das funktioniert so: Empfänger erhalten E-Mails mit authentisch aussehenden, jedoch erfundenen Inhalten von Absendern, mit denen sie erst kürzlich in Kontakt standen. Aufgrund der korrekten Angabe der Namen und Mailadressen von Absender und Empfänger in Betreff, Anrede und Signatur wirken diese Nachrichten auf viele authentisch. Deswegen verleiten sie zum unbedachten Öffnen des schädlichen Dateianhangs oder der in der Nachricht enthaltenen URL.

Ist der Computer erst infiziert, lädt Emotet weitere Schadsoftware nach, wie zum Beispiel den Banking-Trojaner Trickbot. Diese Schadprogramme führen zu Datenabfluss oder ermöglichen den Kriminellen die vollständige Kontrolle über das System. In mehreren dem BSI bekannten Fällen hatte dies große Produktionsausfälle zur Folge, da ganze Unternehmensnetzwerke neu aufgebaut werden mussten. Für Privatanwender kann eine Infektion den Verlust von Daten, insbesondere wichtiger Zugangsdaten, bedeuten.

Wie Sie sich schützen können

● Installieren Sie zeitnah bereitgestellte Sicherheitsupdates für Betriebssysteme und Anwendungsprogramme (Web-Browser, E-Mail-Clients, Office-Anwendungen usw.).

● Setzen Sie Antiviren-Software ein und aktualisieren Sie diese immer wieder.

● Sichern Sie regelmäßig Ihre Daten (Backups).

● Richten Sie ein gesondertes Benutzerkonto auf dem Computer ein, um zu surfen und E-Mails zu schreiben.

● Öffnen Sie auch bei vermeintlich bekannten Absendern nur mit Vorsicht Dateianhänge von E-Mails(insbesondere Office-Dokumente) und prüfen Sie in den Nachrichten enthaltene Links, bevor sie diese anklicken. Bei einer verdächtigen E-Mail sollten Sie im Zweifelsfall den Absender anrufen und sich nach der Glaubhaftigkeit des Inhaltes erkundigen.

Was Sie tun können, wenn Sie betroffen sind

● Informieren Sie Ihr Umfeld über die Infektion, denn Ihre Mailkontakte sind in diesem Fall besonders gefährdet.

● Ändern Sie alle auf dem betroffenen Systemen (zum Beispiel im Web-Browser) gespeicherten und eingegebenen Zugangsdaten.

● Die Schadprogramme nehmen teilweise tiefgreifende (sicherheitsrelevante) Änderungen am infizierten System vor. Sollte Ihr Rechner mit Schadsoftware wie Emotet infiziert sein, dann empfiehlt das BSI, diesen Rechner neu aufzusetzen.

Ausführliche Informationen zu Emotet und Handlungsempfehlungen für Unternehmen hat das BSI auf der Webseite der Allianz für Cyber-Sicherheit veröffentlicht.

(red/lsc)