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| 14:54 Uhr

Gaming-Test
Xenoblade Chronicles 2 von Nintendo

Screenshots von dem Spiel Xenoblade Chronicles 2 FOTO: Nintendo
Nach dem letzten Aufguss der Serie „Xenoblade Chronicles X“ für Nintendos Vorgängerkonsole Wii U erntete Entwickler Monolith nicht nur goldene Lorbeeren. Zu unausgereift wirkten die Online-Gehversuche der Serie, auch die vielen komplizierten Flugeinlagen wurden von der Spielergemeinschaft bemängelt. Nun steht mit „Xenoblade Chronicles 2“ der Nachfolger für die Switch in den Regalen. Michael Siering

Der lange Weg nach Elysium

Haben Nintendo und Monolith aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt? Einzelspieler only? Der Test wird es zeigen.

Als die knallbunte Testversion in der Gamingredaktion landete, war ich skeptisch. Besaß ich doch noch nie ein Faible für Anime. Doch nachdem das Spielemodul in der Nintendo Switch versunken war und ich einige Stunden spielen konnte, verflogen sämtliche Zweifel. Als Serienneuling schlüpfe ich in die Rolle des Bergungstauchers Rex, der gemeinsam mit den Völkern von Alrest auf den Rücken von riesigen Titanen lebt. Diese mächtigen Giganten dienen als Baugrund, in kleinerer Version aber auch als Transport-oder Kampfschiff. Doch ein dunkler Schatten legt sich über die Spielwelt, ein Titanensterben beginnt und mit Ihnen versinken auch darauf ansässige Volksstämme im immer dichter werdenden Nebel, der Alrest umgibt. Nach einem etwas längeren Intro bleibt es allein an Rex, dies alles zu retten, mit nichts geringerem als einer lebendigen Klinge (Namensgeber der Serie) und dem Auffinden des sagenumwobenen Elysiums. Klingt kryptisch, erschließt sich aber durch toll animierte und synchronisierte Zwischensequenzen, die, wie auch das gesamte Spiel, mit einem fantastischen, orchestralen Sound unterlegt sind.

So machte ich mich also auf den Weg nach Elysium, um rollenspieltypisch meine Partie aus diversen Charakteren zusammenzustellen, Rohstoffe und andere Verkaufsgegenstände zu sammeln (farmen), oder um mich zu stärken und rüstungstechnisch zu verbessern (craften). Allein der Einstieg ins Spiel, der Punkt bis zum Freispielen sämtlicher Untermenüs zur Verwaltung unserer Partiemitglieder, der Schnellreisefunktion etc. dauerte ca. 25 Stunden. Und nachdem ich bis jetzt fast 50 Gesamtstunden in das Spiel investiert habe, ist nur ein Teil der Spielmechaniken, der Kampfkombos, der gesamten Spielwelt entdeckt. Denn Alrest ist enorm groß und lebendig. Überall wimmelt es nur so von Kreaturen, manche freundlich, andere aggressiv. Vielen sollte man zumindest in den ersten Spielstunden aus dem Weg gehen, um nicht ad hoc in die Schattenwelt zu wechseln. Aber selbst ein Spieltod wiegt bei „Xenoblade Chronicles 2“ nicht allzu schwer, werde ich doch am letzten Wegspeicherpunkt (automatische Speicherung) mit der gesamten Ausrüstung ohne Wertungsverlust wiederbelebt.

Screenshot Xenoblade Chronicles 2
Screenshot Xenoblade Chronicles 2 FOTO: Screenshot / Nintendo

Es fällt mir schwer der Hauptstory zu folgen, an jeder Ecke wird meine Hilfe bei verschiedenen Nebenquests benötigt, immer wieder stürze ich mich in Kämpfe gegen Monster und andere Wegelagerer. Dies ist auch zwingend von Nöten, um eine entsprechende Stärkestufe zu erreichen, damit ich in der Hauptquest überhaupt eine Chance gegen etwaige Zwischen-und Endbosse habe.

Die Grafik ist für Switchverhältnisse ausgesprochen gut, die Spielwelt überzeugt mit einer enormen Weitsicht, auf der sich schon mal 50 oder mehr Gegner gleichzeitig tummeln.

Dem Entwicklerteam gelingt es, mich mit einer packenden Story, angetrieben durch wunderschöne Zwischensequenzen und der Kabbelei meiner Partiemitglieder untereinander, immer wieder an den Fernseher zu fesseln und dank der Switch kann ich nun auch jederzeit, mal eben unterwegs den Weg nach Elysium suchen.

Einen halben Wertungsstern Abzug gibt es allein aufgrund sporadisch auftretender Clippingfehler und einer streckenweise fehlenden Lippensynchronität in den zahlreichen Dialogen.

Besitzer einer Nintendokonsole der neuesten Generation sollten unbedingt zugreifen, ob nun Fan der Anime oder nicht.

Das Spiel ist ab ca. 40,00€ für Nintendo Switch erhältlich.
USK: ab 12 Jahren
www.nintendo.de
4,5/5 Sternen