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Spielwiese Ägypten
Gaming-Test „Assassin`s Creed - Origins“ von UBISOFT

Mit Assassin´s Creed – Origins möchte UBISOFT die mittlerweile etwas in die Jahre gekommene Serie um „zeitreisende Einzelgänger“ neu beleben. Dazu darf der Spieler zum Ursprung der Assassinen-Gilde, ins alte Ägypten (ca. 42 vor Christus) reisen. Von Michael Siering

Die UBISOFT-typischen Sammelquests sollten auf ein wesentliches reduziert werden und die Geschichte wieder mehr in den Vordergrund rücken. In wie weit das geglückt ist und ob wir uns mit den beiden Haupthelden Bayek und Aya identifizieren können, haben wir umfangreich für Euch getestet.

Die meiste Zeit im Spiel verbringen wir aber als Hauptheld Bayek. Diesen lernen wir auch unverzüglich als Gefallenen Haupthelden kennen und müssen direkt den ersten Kampf bestreiten. UBISOFT überrascht hier mit einem pompösen Einstieg, ohne die aus den letzten Teilen bekannten Animussequenzen der Gegenwart. Diese gibt es später zwar auch, aber um die grundlegenden Spielmechaniken zu erlernen, ist der Einstieg nahezu perfekt. Held Bayek kehrt in seinen Heimatort Siwa zurück, wo er wie ein Held gefeiert wird. Denn das Volk sehnt sich nach Veränderungen. Gegeißelt durch einen Bürgerkrieg zwischen Kleopatra und Ptolemaios XIII machen sich Unmut und Armut breit. Getrieben von den eigenen Rachegelüsten, nach der Ermordung seines Sohnes, folgt Bayek etwa der Hauptquest, oder erledigt eine der vielen Nebenmissionen. In einigen davon spielen wir Baya, ein freier Wechsel zwischen beiden Figuren ist aber nicht möglich.

Assassin`s Creed - Origins FOTO: UBISOFT/Screenshot

Das Erledigen der unzähligen Nebenmissionen und der diesmal wirklich sinnvoll verteilten Sammelquests (Mordermittlungen, Tierjagd, Erkunden geheimer Orte usw.) ist aber zwingend von Vorteil, um sich den Gefahren der riesigen Welt des alten Ägyptens stellen zu können. Per Levelaufstieg erhalten wir Zugang zu stärkeren Waffen und Fähigkeiten. Erlegte Tiere und gesammelte Materialen helfen bei der Verbesserung unserer Ausrüstung oder bringen nötiges Kleingeld bei einem der vielen Händler.

Grafisch beeindruckt Assassin`s Creed mit sehr schön ausgeleuchteten Wüstenlandschaften in denen jeder Bewohner und jedes Tier einer eigenen Routine nachzugehen scheint. Tag-und Nachtwechsel sind sinnvoll integriert, manchmal nötig beim Erledigen einiger Aufgaben, aber absolut sinnvoll beim Erobern gegnerischer Gebiete. Schlafende Krieger sind eben einfachere Beute für Bayek.

Die Missionen an sich sind stimmig und überzeugen mit gut animierten Charakteren. Auch in Ihrer Abwechslung beugt UBISOFT bisher bekannter Eintönigkeit vor.

Szenenbild aus dem neuen Spiel Assassin`s Creed - Origins
Szenenbild aus dem neuen Spiel Assassin`s Creed - Origins FOTO: Screenshot / UBISOFT

Die Steuerung dürfte Veteranen der Serie leicht von der Hand gehen, aber auch Neulingen wird es nicht allzu schwer gemacht. Zielhilfen und Schwierigkeitsgrad sind optional einstellbar.

Bei Assassin`s Creed – Origins handelt es sich um ein klassisches Einzelspieler-Game, aber eine kleine Multiplayer Komponente darf natürlich nicht fehlen. So gibt es eine stetig wechselnde und zeitlich begrenzte Sammelquest, aber auch Todespositionen anderer Spieler werden sporadisch eingeblendet, so dass wir entscheiden konnten diesen zu rächen und wertvolle Erfahrungspunkte zu sammeln. Nett ist auch eine Fotooption, die Schnappschüsse für alle Spieler auf der Karte sichtbar und bewertbar macht.

Fazit: Mit Assassin`s Creed – Origins gelingt UBISOFT wirklich eine kleiner Restart der Serie, zwar nicht gänzlich frei von Sammelmissionen, diese dann aber sinnvoll integriert. Für unsere Redaktion derzeit das Highlight im Spieleherbst. Sicherlich werden wir noch des Öfteren auf der Jagd nach Nilpferden, Krokodilen und Fanatikern das altehrwürdige Ägypten durchstreifen.

Das Spiel ist ab ca. 57,00€ und bereits für PC, PS4 und Xbox One erhältlich.
USK: ab 16 Jahren
www.ubisoft.com

4,5/5 Sternen