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| 11:03 Uhr

RUNDSCHAU-Gamingtest von Benjamin Gerwinat
“A Way Out” von Electronic Arts

FOTO: EA
Ein Spiel mit Freunden „Allein“ gibt es in A Way out nicht, denn das Spiel lässt sich tatsächlich nur im sogenannten Koop-Modus spielen, also schlichtweg zu zweit. Gelöst wird das durch einen Split Screen, welcher die beiden Charaktere des Spiels, die einen Gefängnisausbruch meistern müssen, ganz individuell spielbar macht. Die beiden Hauptdarsteller des Spiels, Leo Caruso, ein sehr nervöser und impulsiver Zeitgenosse mit einer sehr locker sitzenden Faust und Vincent Moretti, als ruhiger und bedachter Ex-Banker geben ein kongeniales Duo ab, welches sich durch die unterschiedlichen Charaktere ideal ergänzt, um den geplanten Gefängnisausbruch durchzuziehen.

KOOPeration erforderlich

Das gesamte Spiel über müssen wir mit dem Split Screen leben, welcher sich, situationsabhängig, in der Größe verändert. Beispielsweise muss Leo seine Toilette unter Zeitdruck abschrauben, während sein Gefährte die Wachen im Auge behalten muss. Die Bildschirmanteile verschieben sich dann zu großen Teilen auf Vincent, da Leo lediglich immer wieder auf einen Knopf hauen muss.

Diese Dynamik zieht sich durch das gesamte Spiel, was allerdings dafür sorgt, nie die Aufmerksamkeit zu verlieren. In einigen Sequenzen und Spielszenen gibt es tatsächlich einen Vollbildmodus, dies allerdings nur, wenn die Story des Spiels dies erfordert. Bei Schießereien oder ähnlichen Actionszenen erleben wir die aus Ego-Shootern bekannten übereinander angeordneten Bildschirme.

Der Lösung auf den Grund gehen

A Way out von Electronic Arts bietet eine fantastische Geschichte, welche allerdings nicht allzu viele Freiheiten erlaubt. Wer ein Open-World Abenteuer erwartet wird enttäuscht. Durch die stringente Story Line liegen die Lösungen zu Problemen meist nur ein paar Schritte davon bereit. Die Tür ist verschlossen? Gut dass die passende Axt nicht weit entfernt ist. Was langweilig klingt, wird durch die unterschiedlichen Charaktere und die daraus resultierenden Dialoge allemal kompensiert.

Durch die einfachen Lösungen ist das klassische Problemlösen, wie aus anderen Spielen bekannt, hier nicht notwendig. Durch die großzügig gesetzten Checkpoints ist auch ein frustrierendes Scheitern nicht möglich.

Um voran zu kommen, müssen nicht nur die beiden Figuren aufeinander abgestimmt werden, auch die Spieler vor dem Fernseher sind zur Kommunikation verpflichtet. Dies tut der Gesamtspannung allerdings nur gut, denn wir unterhalten uns zwangsläufig über die Spielsituationen und wie wir uns wohl verhalten hätten. In jedem Fall wird der Spieleabend sehr gesprächig.

Die vielen Gespräche müssen in jedem Fall geführt werden, um im Spiel überhaupt voran zu kommen. Als bestes Beispiel dient hier die Sequenz, in welcher entschieden werden muss, ob man unter der Brücke der Polizei versucht weg zu schleichen, oder ob frontal auf die uniformierten Freunde zugelaufen wird. Einzelentscheidungen sind nicht möglich, somit müssen sich die Charaktere sowohl im Spiel als auch vor dem Fernseher gut aufeinander abstimmen.

Bunte Szenerie

Auch wenn die Geschichte sehr geradlinig verläuft wird es einem nie langweilig, was vor allem an den vielen detaillierten Schauplätzen und Zwischensequenzen liegt. Gerade noch im Gefängnis, jetzt schon im Schlauchboot auf Rafting Tour, um danach noch kurz am Strand zu verweilen oder die klassische amerikanische Farm zu erleben.

Die vielfältigen Schieß- Fahr- und auch Fluchtszenen runden den gelungenen Gesamteindruck nachhaltig ab. Die Spielmechanik passt den Koop-Modus jedem der 5 Kapitel ideal an, so dass wir mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert werden und die dazu passenden Bilder geliefert bekommen. Sei es beim gemeinsamen Klettern an einer Wand oder beim Paddeln in oben erwähnten Schlauchboot. Der gute Gesamteindruck entlädt sich vor Allem bei der Flucht aus dem Gefängnis und der darauf folgenden Verfolgungsjagd quer durch Kalifornien und Mexiko. Die opulenten Landschaften lassen einen voll in dieser Welt aufgehen.

Fazit

A Way out bietet ein bildgewaltiges Spiel mit einer sehr linearen Geschichte. Die nicht vorhandene Synchronisation in Deutsch stört tatsächlich nur, wenn die eigenen Englischkenntnisse schlecht sind, da die Vertonung erstaunlich gut ist. Passgenaue Untertitel runden das Bild hier ab.

Wer auf Single Shooter oder klassische Rätselabenteuer setzt, ist bei diesem Spiel nicht gut aufgehoben. Für einen kommunikativen Abend zu zweit ist das Spiel allemal zu empfehlen.

Rundherum gut gelungen ist das Spiel auf jeden Fall, auch wenn die fehlende Entscheidungsgewalt stört.

3,5/ 5 Sterne

Erhältlich für PC, PS4 und Xbox One ab ca. 29,99€

www.ea.com/de-de/games/a-way-out

USK-Einstufung: USK ab 18