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RUNDSCHAU Gaming-Test zu „The Evil Within 2
Die Kunst des Nervenkitzels

RUNDSCHAU Gaming-Test zu „The Evil Within 2“ von Bethesda
RUNDSCHAU Gaming-Test zu „The Evil Within 2“ von Bethesda FOTO: Michael Siering / Siering/Bethesda
Pünktlich zum alljährlich aufkeimenden Halloween-Wahnsinn schickt uns das Entwicklerstudio Tango Gameworks auf eine irrwitzige Reise in den eigenen Verstand. Die Fortsetzung des etwas in die Jahre gekommenen Horrortitels „The Evil Within“ konfrontiert uns erneut mit dem ungekünstelten Grauen. Auf der Suche nach unserer tot geglaubten Tochter müssen wir uns mit Serienkillern, Monstern und allerlei anderen kranken Gestalten auseinandersetzen. Der in Deutschland uncut erscheinende Titel „The Evil Within 2“ ist nichts für zarte Gemüter und spart nicht an Ekelszenen und Schockmomenten. Die Gamingredaktion der LAUSITZER RUNDSCHAU begab sich für Euch schon einmal auf diese verstörende Reise ins eigene Ich.

Bereits erhältlich für PC, PS4 und Xbox One

Unser bereits aus dem Vorgänger bekanntes Altes Ego Sebastian Castellanos durchlebt zu Spielbeginn noch einmal den Verlust der Familie. In grafisch beeindruckenden Bildern erhalten somit auch Nichtkenner des ersten Teiles eine Kurzzusammenfassung der Lebensgeschichte von Sebastian. Dem Alkohol ergeben und tief zerrüttet erwachen wir in einer Bar, nur um wenige Sekunden später zu erfahren, dass unsere Tochter noch lebt. Rettung besteht durch eine Reise in den eigenen Verstand, ermöglich durch eine Art Mindmachine mit der Abkürzung STEM. Klingt verworren, erschließt sich aber im weiteren Spielverlauf. Die Parallelwelt ist allerdings alles andere als ein Zuckerschlecken. Der Trip beginnt in der Villa eines Serienkillers. Türen verschwinden oder tauchen aus dem Nichts auf. Seltsame Geräusche lassen uns schaudern (Tipp: Unbedingt mit Kopfhörern spielen!) und an den Wänden jede Menge Bilder von Körperteilen und Folteropfern. Um nicht allzu viel zu spoilern, sei nur kurz verraten, dass Castellanos knapp der Villa entkommt, um sich kurz darauf in der eigentlichen, relativ offenen Spielwelt, einer typischen amerikanischen Kleinstadt, zu befinden. Ein weiterer Überlebender und Nutzer des STEM klärt uns über die Funktionen einer Art Funkgerät auf, die zu interessanten Orten, Erinnerungen und nicht zuletzt zu unserer Tochter führen sollen. In der Stadt selbst haben es sich jedoch allerhand zombieähnliche Gestalten und sonstige Kreaturen gemütlich gemacht.

Der stets knappe Munitionsvorrat schickt unseren Charakter immer wieder durch Häuser und andere betretbare Anlagen, auf der Suche nach besserem Loot (Sammelgegenstände). Ab und zu speichert das Spiel nach gescripteten Sequenzen eigenständig, ansonsten sind wir auf knapp verteilte Speicherpunkte (Heimatbasen) angewiesen. Da eine direkte Konfrontation mit Gegnern fast immer zum sofortigen Bildschirmtod führt, gewöhnen wir uns schnell an das Schleichen und somit versteckte Vorgehen.

Beim Test habe ich mich gezielt für den mittleren der drei angebotenen Schwierigkeitsgrade mit dem Namen „Überleben“ entschieden, aber eben dieses gelingt mir anfänglich nur selten und Sebastian fiel in den ersten Stunden sehr oft den eigenen Albträumen zum Opfer. Trotzdem ist für Motivation gesorgt, denn die Lernkurve ist extrem hoch und mit der Verbesserung der eigenen Fähigkeiten und Feuerkraft bin ich später nicht mehr das einfache Opfer. Aber auch hier liegt der Fehler im Detail. Gerade in angespannten Situationen, versteckt hinter Büschen oder anderen Deckungsmöglichkeiten sorgt die Kamera für einige Probleme und nicht selten werde ich aus dem Off von Gegnern überrascht, die vorab nicht erkennbar waren.

Die Missionen selbst, gelenkt durch Funksignale, lassen sich in beliebiger Reihenfolge durchleben und Anfangs durch Flucht ausgetrickste Gegner überwinde ich im späteren Spielverlauf kinderleicht mit der dafür notwendigen Waffenpower.

Gute 15 – 20 Stunden dürfte der Durchschnittspieler bis zum Abspann unterwegs sein, nicht viel im Vergleich zu anderen Vertretern des Genres. Aber nach einer erfolgreich absolvierten Session erwartet den Spieler ein neuer Schwierigkeitsgrad, bei dem insgesamt nur 7 manuelle Speicherstände, dafür aber neue Outfits und Waffen zur Verfügung stehen. Grafisch bewegt sich The Evil Within 2 auf einem Level mit Resident Evil 7. Die Story wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen, weiß aber zu fesseln. An Schockmomenten mangelt es jedenfalls nicht, daher noch einmal der Hinweis, dass die Software zwar uncut in Deutschland erscheint, somit aber zwingend die USK Freigabe ab 18 Jahren zu beachten ist.

RUNDSCHAU Gaming-Test zu „The Evil Within 2“ von Bethesda
RUNDSCHAU Gaming-Test zu „The Evil Within 2“ von Bethesda FOTO: Michael Siering / Siering/Bethesda
RUNDSCHAU Gaming-Test zu „The Evil Within 2“ von Bethesda
RUNDSCHAU Gaming-Test zu „The Evil Within 2“ von Bethesda FOTO: Michael Siering / Siering/Bethesda
RUNDSCHAU Gaming-Test zu „The Evil Within 2“ von Bethesda
RUNDSCHAU Gaming-Test zu „The Evil Within 2“ von Bethesda FOTO: Michael Siering / Siering/Bethesda
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