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RUNDSCHAU Gaming-Test
Der Junge und sein Fabelwesen - „The Last Guardian“ im Test

FOTO: Sony Japan
Abseits der Hektik und dem Grafikbombast aktueller Videogames haben Entwickler Fumito Ueda und Sony Japan eine Spieleperle an den Start gebracht, die immer wieder mit gängigen Klischees bricht und dem Spieler Zeit zum Rätseln und Staunen lässt. Michael Siering

Mit "The Last Guardian" steht seit einigen Wochen die Freundschaft zwischen einem kleinen Jungen und dem Fabelwesen Trico im Focus der Gamingredaktion der LAUSITZER RUNDSCHAU. Schade ist nur, dass PC-und XBOX Spieler in die Röhre gucken, denn das Spiel erscheint exklusiv für Sonys Playstation 4.

Ohne langes Intro oder einer Vorgeschichte erwacht der Spieler als kleiner Junge in einer fremdartigen Höhle. Neben ihm das Fabelwesen Trico, schwer verletzt und hungrig. Was nun? Dies gilt es allein herauszufinden. Anhand der meisterhaften Animation unseres künftigen geflügelten Freundes erkennt der Spieler schnell, dass Speere aus dem verletzten Tier entfernt werden müssen und selbiges mit silbrigen Fässern zu füttern ist. Schnell erarbeitet man sich damit die Zuneigung des Wesens, einer Mischung aus Katze und Vogel mit kleinen Flügeln und komplett in Federn gehüllt. Im weiteren Spielverlauf kann man dann sogar auf Trico klettern um bis dato nicht zugängliche Levelbereiche zu erkunden.

Langsam führt mich das Entwicklerteam durch ein, mal mit leichteren, aber hin und wieder auch mit kniffligeren Rätseln designtes Spiel. Häufig ist man aber als Spieler einfach auch nur geneigt zu verweilen, um die großartige Levelstruktur zu bestaunen. Das eigentliche Highlight ist und bleibt aber unser Freund Trico. Lebensechte Animationen und tolle Geräusche sind nur ein paar Stichworte. Trico führt uns dank seiner lebensechten Bewegungen immer wieder durch die unterschiedlichen Level und folgt dem Jungen auf Schritt und Tritt.

Ein kurzer Ruf des kleinen Burschen genügt hierzu. Später im Spiel erlangt man sogar das komplette Vertrauen der Kreatur und kann diese dann durch Anweisungen an bestimmte Punkte lenken, um weiter voran zu kommen. Das ist nicht immer ganz leicht und oft bedarf es dabei einiger Anläufe um Trico an die richtige Stelle zu lotsen. Hier ist auch eine kleine Kritik angebracht, denn gerade in engen Räumen geht dabei häufig die Übersichtlichkeit verloren und auf Grund einer etwas hakeligen Kamerasteuerung macht sich immer schnell etwas Frust breit.

Mit viel Geduld und einer guten Beobachtungsgabe geht es aber stets weiter voran und bald trifft der Spieler auf erste Gegner in Form von steinernen Statuen, die dann aber ganz kindgerecht nur versuchen unseren Protagonisten durch kleine blaue Portale zu entführen. Zu welchem Zweck? Keine Ahnung! Denn während sich der Spieler durch diese märchenhafte Welt rätselt, bekommt er nur selten Hinweise auf seinen Verbleib in dieser mysteriösen Spielwelt oder die Geschichte der Kreatur Trico. Erst am Ende von "The Last Guardian", welches gute Spieler nach ca. 13 Spielstunden erreichen sollten, schließt sich der Kreis und die Story wird rund. Für unsere Gamingredaktion genau der Grund immer wieder zum Pad zu greifen, um mehr zur Story zu erfahren.

Abgesehen von einigen wirklich kniffligen Rätseln kamen wir in der Testredaktion gut voran und der Frustfaktor hielt sich dank des genauen Studierens der Trico-Animationen in Grenzen.
Was am Ende bleibt, ist wirklich ein Meisterwerk japanischer Programmierkunst mit kleinen Macken in der Steuerung und der wohl herzergreifendsten Kreatur der Videospielgeschichte.
Unbedingt anschauen!

Das Spiel ist für Playstation 4 ab ca. 39,99€ erhältlich.

USK: ab 12 freigegeben

www.playstation.com/de-de/games/the-last-guardian-ps4/