Der Berliner Flughafenchef Hartmut Mehdorn verschiebt die Verkündung eines konkreten Eröffnungstermins für den neuen Hauptstadtflughafen. Dies war zuletzt für die Aufsichtsratssitzung am 12. Dezember geplant. Nun ist auf der Baustelle zu hören, Mehdorn werde dann eher ein „Terminband“ nennen und in den folgenden Monaten präziser werden. Damit wurden Informationen der „Bild“-Zeitung (Dienstag) bestätigt.

Mehdorn hatte stets betont, erst einen Termin zu nennen, wenn dieser sicher sei. Die Arbeiten an der Brandschutzanlage ziehen sich aber länger hin als gedacht. Seit Monaten wird geplant, bevor neu verkabelt werden kann. Eine Eröffnung vor Herbst 2016 gilt als unwahrscheinlich.

Der Berliner Senat nahm die Nachricht gelassen auf. Es gehe darum, dass der Flughafen Fortschritte mache. Ein unverlässlicher Termin wäre kein Fortschritt, sagte Sprecher Richard Meng. Er habe Mehdorn nie so verstanden, dass er im Dezember einen Termin nennen wollte, sondern ein Zeitfenster.

Mehdorn hatte jedoch zuletzt nach der Aufsichtsratssitzung im Juni bekräftigt, am Jahresende einen Eröffnungstermin zu nennen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) griff das noch Ende August in seiner Rücktrittsankündigung auf.

Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus und die Linkspartei im Bundestag kritisierten, Mehdorn habe in eineinhalb Jahren die Baustelle nur wenig vorangebracht. „Ein neuer Regierender Bürgermeister muss die Karten auf den Tisch legen, ob der BER überhaupt jemals eröffnet wird“, sagte Fraktionschefin Ramona Pop. „Eines ist jetzt schon klar: Ohne eine BER-Eröffnung im Jahr 2016 zerplatzen die Blütenträume des Senats für Olympia.“