Pranz, der im Ehrenamt stellvertretender Landesbranddirektor ist, soll den ihm für dieses Amt zur Verfügung gestellten Dienstwagen auch zu Privatfahrten gebraucht und die Fahrtenbücher gefälscht haben.

Wie der CDU-Innenexperte Sven Petke der RUNDSCHAU sagte, sei nun bestätigt, dass das Ministerium schon seit einem Dreivierteljahr einen Verdacht in Sachen Urkundenfälschung und Betrugs hege. Dies sei in den Landtagsausschüssen so nie gesagt worden. "Da schwelt eine Auseinandersetzung zwischen Staatskanzlei und Innenministerium, wie man mit der Angelegenheit umgeht", sagte Petke. Der Landesregierung attestierte er eine "sehr dubiose und tollpatschige Art mit einem Sachverhalt umzugehen, den ein Innenministerium mit seinem polizeilichen und rechtlichen Sachverstand eigentlich im Griff haben müsste."

Bei jedem anderen Bediensteten des Landes, der nicht Büroleiter Woidkes war, hätte das viel früher zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen geführt, so Petke. "Aber ich habe immer noch die Hoffnung, dass die Staatsanwaltschaft in Brandenburg ohne politische Einflussnahme arbeiten darf."

Im Regierungslager ist man dagegen zurückhaltend. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linkspartei, Thomas Domres, erklärte, er wolle sich nicht an Spekulationen beteiligen. "Jetzt soll erst einmal die Staatsanwaltschaft ihre Arbeit machen." Wichtig sei, dass das Amt des stellvertretenden Landesbranddirektors und die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehren nicht beschädigt werde.