Unaufhörlich klingeln Telefone, trotzdem bleibt die Mannschaft überraschend ruhig, informiert sekundenschnell und leistet auch noch Seelsorge, wo es nottut. In der Regionalleitstelle Lausitz nehmen die 45 Disponenten jährlich 190 000 Notrufe an. Dazu kommen 120 000 Gespräche, in denen unter anderem Auskünfte zur kassenärztlichen Bereitschaft gegeben werden.Etwa 650 000 Einwohner leben auf den 7200 Quadratkilometern zwischen dem Süden Berlins und dem Norden Sachsens. "Für sie koordinieren wir die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz", sagt Leitstellen-Leiter Ingolf Zellmann. Mitunter seien das 40 Einsätze gleichzeitig. Außerdem würden von Cottbus aus die Luftrettung für den Krankentransport zu und zwischen Kliniken ("Interhospital-Transfer") sowie die Hilfsmaßnahmen der Luftrettungsstation Senftenberg disponiert - bis zu 6000 pro Jahr."Seit Mitte der 1990er-Jahre haben wir mit Spree-Neiße kooperiert, später kamen andere Landkreise hinzu", erläutert Branddirektor Bernd Brodowski. Mit Unterstützung von Berliner und Brandenburger Feuerwehren arbeite seit Januar 2005 die erste Regionalleitstelle Brandenburgs; deutschlandweit war es die dritte."Durch die Konzentration konnten deutlich Kosten eingespart und die Sicherheit für die Bürger erhöht werden", sagt Brodowski. Im vergangenen Jahr seien in Cottbus 90 000 Einsätze der Feuerwehr und des Rettungsdienstes organisiert worden. Für Karl-Heinz Grütte vom brandenburgischen Gesundheitsministerium ist die Arbeit der Leitstelle geradezu bahnbrechend: "Cottbus hat eine Vorreiterrolle eingenommen." Die Landkreise werden dem Konzept folgen. "Bis 2010 soll es nur noch fünf Regionalleitstellen in Brandenburg geben", sagt Wolfgang Hülsebeck, Leiter der Berufsfeuerwehr Potsdam und der Landesarbeitsgruppe Regionalleitstellen. Derzeit sind es acht."Die Lausitz hat einen guten Job gemacht, von dort gingen die Impulse aus." Riesige Tagebauflächen, die Industrieregionen um Schwarze Pumpe (Spree-Neiße) und Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) sowie der Flughafen Schönefeld (Dahme-Spreewald) seien für die Rettungskräfte besondere Herausforderungen. "Außerdem verfügen wir über große zusammenhängende Waldgebiete, die noch durch den Zweiten Weltkrieg munitionsverseucht sind", berichtet Zellmann. Deshalb hätten die Feuerwehren oft mit großen, lang anhaltenden Waldbränden zu kämpfen. Willkommene Unterstützung komme da auch aus dem benachbarten Polen. "Im Bereich der Feuerwehren funktioniert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hervorragend."