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| 01:06 Uhr

„Die Zahl der Schwarzfahrer wird sinken“

Nach der erfolgreichen Einführung der Lkw-Maut geht die zuständige Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Angelika Mertens (SPD), nun davon aus, dass auch andere Länder das deutsche System in Erwägung ziehen werden. Gegenüber der RUNDSCHAU warnte Mertens Maut-Preller: Für klar rechnende Spediteure sei es günstiger, die Maut zu bezahlen, als sich erwischen zu lassen. Foto: red


Frau Mertens, hat die Lkw-Maut ihre erste Bewährungsprobe bestanden„
Seit dem Neujahrstag wird die Lkw-Maut auf deutschen Autobahnen erhoben. Das war sicher eine erste Bewährungsprobe und die wurde bestanden. Aber es wäre vorschnell, aus den ersten drei problemlosen Tagen bereits Schlüsse ziehen zu wollen - der Januar ist traditionell der Monat mit dem schwächsten Verkehrsaufkommen. Wir werden dem System eine Anlaufzeit gönnen müssen, um seine Funktionsfähigkeit seriös beurteilen zu können. Was wir allerdings bis jetzt sehen, ist beruhigend. Das Gewerbe hat sich offenbar besser auf die Mauteinführung eingestellt, als einige Verbände befürchtet hatten.

Welche Schwierigkeiten können noch auftreten, was muss verbessert werden“
Die Erfassungs- und Kontrollsysteme funktionieren aus heutiger Sicht problemlos. Entwicklung und Umsetzung der Technik wurden von unserem Ministerium eng begleitet und kontrolliert. Nachdem der unabhängige Gutachter im Dezember die besondere, vorläufige Betriebserlaubnis erteilt hatte, war die Funktionsfähigkeit des Systems für uns keine Überraschung mehr.

Gibt es Zahlen bei den Maut-Prellern, werden die Kontrollen noch einmal verstärkt„
Die Quote ist mit rund acht Prozent recht gering. Die automatischen und mobilen Kontrollen laufen seit dem ersten Tag und sie funktionieren einwandfrei. Die Kontrolldichte kann notfalls dem Bedarf angepasst werden. Ich denke, dass die Zahl der Schwarzfahrer noch weiter sinken wird, wenn sich erst einmal herumgesprochen hat, wie effektiv die Kontrolle arbeitet. Das hat auch viel mit den ökonomischen Anforderungen in der Branche zu tun: Es wird für klar rechnende Unternehmer immer günstiger sein, die Maut zu bezahlen, als sich - möglicherweise wiederholt - erwischen zu lassen.

Und wann kommt die versprochene Harmonisierung für deutsche Spediteure“
Wir gehen davon aus, dass die EU-Kommission in diesem Jahr eine Entscheidung über das Mautermäßigungsverfahren treffen wird.

Immer wieder ist die Rede von den Chancen, das innovative System zu exportieren. Wie schätzen Sie dies nach dem erfolgreichen Start nun ein, gibt es bereits Interessenten?
Tatsache ist, dass die satellitengestützte Technik die technologische Spitzenposition einnimmt. Deutschland verfügt damit über das modernste Mautsystem der Welt. Staaten, die die Einführung einer vergleichbaren Abgabe planen, werden das deutsche System sicher in Erwägung ziehen. Aus der Tschechischen Republik ist zu hören, dass die Einführung eines Systems nach deutschem Vorbild möglicherweise auf das kommende Jahr vorgezogen werden soll.

Mit ANGELIKA MERTENS sprach Hagen Strauß