Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der RUNDSCHAU vorliegt. Dennoch: Das Risiko, beim Fliegen zu verunglücken, ist nach wie vor extrem gering. Das sollte wiederum beruhigen.

2483 gefährliche Zwischenfälle über den Wolken verzeichnete die Behörde im vergangenen Jahr, 404 mehr als 2013. Zum Vergleich: 2010 lag die Höhe der gemeldeten Störungen noch bei 1497. Konkret stieg beispielsweise die Zahl der beinahe Unfälle von 163 im Jahr 2013 auf 208 in 2014, beim Vogelschlag gab es sogar einen Anstieg von 107 auf 413. Demgegenüber sank die Zahl der von deutschen Luftfahrtunternehmen gemeldeten Laserattacken leicht auf 303, im Jahr 2013 waren es noch 322. Aufgeführt werden in der Statistik des Luftfahrtbundesamtes auch noch 55 Vorfälle mit Ölgeruch, 19 Triebwerksausfälle und 74 gemeldete Turbulenzen.

Für die Grünen sind die Erkenntnisse der Behörde auch Folge des schärfer werdenden Wettbewerbs am Himmel. Es wird dort oben immer voller. Während 2001 noch 140 Millionen Passagiere über deutsche Flughäfen reisten, waren es 2013 bereits 202 Millionen. Ein Anstieg von über 44 Prozent, so der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft. Die Sicherheit dürfe nicht auf der Strecke bleiben, warnt der tourismuspolitische Sprecher der Grünensfraktion im Bundestag, Markus Tressel. "Gerade Laserattacken auf Flugzeuge und Hubschrauber sind ein ernst zu nehmendes Problem." Die Airlines, Flughafenbetreiber und vor allem das Luftfahrtbundesamt seien verantwortlich dafür, "jede äußere Gefahreinwirkung von der zivilen Luftfahrt abzuschirmen". Politisch diskutiert werden bereits gesetzliche Verschärfungen bei der Verwendung von Laserpointern.

Gleichwohl verbessern sich die Sicherheitsstandards im Luftverkehr offenbar stetig, wie kürzlich eine Studie von renommierten Luftfahrtexperten ergab. So lag 1959 das Risiko eines Passagiers, bei einem Flugzeugabsturz zu sterben, bei eins zu 25 000. Heute wird das Risiko auf eins zu 29 Millionen eingeschätzt. Und noch etwas fanden die Experten heraus: Die Wahrscheinlichkeit, tödlich beim Fahrradfahren zu verunglücken, soll hundertmal höher sein als beim Fliegen.

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Erneut sind indonesische Suchmannschaften bei der Bergung der abgestürzten AirAsia-Maschine gescheitert. Nachdem bereits am Samstag der Versuch misslungen war, das Wrack zu heben, schlug auch ein zweiter Versuch am gestrigen Sonntag fehl. Ursache seien gerissene Riemen gewesen, berichteten Medien. Zuvor seien Stahlriemen um den Rumpf des Airbus A320 gebunden worden, um Luftkissen aufzublasen sagte Marinesprecher Manahan Simorangkir. Doch starke Strömungen hätten die Riemen erneut gelöst, so dass der Rumpf wieder auf den Meeresboden gesunken sei, hieß es beim Fernsehsender TV One. dpa/bl