In ihm scheint das unverbrüchliche Recht eines jeden Menschen auf ein würdiges Leben, egal wo er geboren wurde oder in welchen Verhältnissen er lebt, vereint.

Dieses Menschenrecht wird in unserer Welt oft genug verletzt, meist unbeobachtet, fernab der Kameras oder des öffentlichen Interesses. Aber manchmal rückt die Frage der Menschenrechte auch in den Fokus. Vor und während der Fußballeuropameisterschaft wurde diskutiert, ob deutsche Politiker zu den Spielen der Nationalmannschaft in die Ukraine reisen sollten. Denn es darf heute kein Großereignis mehr geben, ohne auch die Menschenrechtssituation im Gastland ernsthaft mit zu berücksichtigen. Vor dem Hintergrund, dass das Christentum heutzutage die am meisten verfolgte Religion weltweit ist, verfolgen wir gerade, ob es in Ägypten gelingen wird, eine muslimisch geprägte Verfassung zu schaffen, die die Menschenrechte aller achtet. In Deutschland stand das Streikrecht in Diakonie und Kirche im November im Mittelpunkt einer Rechtsentscheidung. Das Bundesarbeitsgericht hat klargestellt, dass das Recht der Mitbestimmung auch ohne Streikrecht gewahrt bleibt, wenn beim kirchlichen "Dritten Weg" die Arbeitnehmerseite gut ausgestattet ist, wenn es angemessene Mitwirkungsmöglichkeiten für Gewerkschaften gibt und Verbindlichkeit in der Anwendung der Tarife herrscht.

In dem Kind in der Krippe lenkt Gott unseren Blick auf die Menschen, deren Rechte und Würde in Gefahr stehen. An ihnen entscheidet sich, wie viel die Menschenrechte wirklich wert sind. Nicht nur Weihnachten.

Unser Autor ist Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-

Brandenburg-schlesische Oberlausitz