Doch die Bilder, die in diesen Tagen aus dem Land am Nil zu sehen sind, sprechen eine andere Sprache: Dutzende Tote, viele Verletzte - das ist die traurige Bilanz einer Demonstration, auf der Christen und Muslime eigentlich für ein friedliches Zusammenleben der beiden Religionsgemeinschaften eintreten wollten. Was angesichts immer neuer gewalttätiger Zusammenstößen zwischen radikalen Muslimen und koptischen Christen auch dringend nötig ist. Nun endete eine friedliche Demonstration in einem Blutbad. Wenn statt Toleranz und gegenseitigem Respekt Angst und Hass regieren, waren die Demonstranten vom Tahir-Platz im Frühjahr umsonst auf der Straße. Der ägyptische Militärrat ist aufgefordert, im Land für Ruhe und Ordnung zu sorgen - vor allem aber sind es die Bürger selbst, die sich nicht vor den Karren von Fundamentalisten spannen lassen dürfen. Denn so lange am Nil Kirchen oder andere Gotteshäuser brennen, so lange verrät die arabische Revolution sich selbst.