und 20. Jahrhundert, vor allem der Zweite Weltkrieg ist ein wichtiges Arbeitsfeld", sagte der Brandenburger Landesarchäologe Franz Schopper, der auch das Landesamt für Denkmalpflege und das Archäologisches Landesmuseum leitet.

Bei der Jahrestagung des Verbandes der Landesarchäologen in Wittenberge (Prignitz) steht dieses Thema im Mittelpunkt. Vor allem in Brandenburg gibt es zahlreiche Denkmale von Krieg und Gewaltherrschaft. "An verschiedenen Erinnerungsorten sind wir bereits tätig", berichtete Schopper. Im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen oder in verschiedenen früheren Kriegsgefangenenlagern wie in Fürstenberg an der Oder waren Archäologen und Denkmalpfleger im Einsatz. Auch die Unterkünfte von Rotarmisten in Brandenburger Wäldern zum Ende des Zweiten Weltkrieges werden erkundet. "Wichtige Frage ist: Was passiert mit ausgegrabenen und geborgenen Fundstücken", sagte Schopper. Vieles sei schon verloren gegangen, zum Teil seien Orte in Vergessenheit geraten.

"Die Bautätigkeit in den Kommunen gibt zunehmend das Tempo für die Archäologen vor", betonte er. Bei Projekten in Stadtkernen, wie etwa in Potsdam, müsse zügig dokumentiert werden, bevor der Bagger Spuren unwiederbringlich zerstöre. Überreste der ältesten deutschen Moschee wurden beim Bau von Containern für Flüchtlinge in Wünsdorf (Teltow-Fläming) entdeckt. Sie war im Juli 1915 eingeweiht und 1925/26 abgerissen worden. Angesichts der Vielzahl der Funde platzt das Magazin beim Landesamt laut Schopper bereits aus allen Nähten. "Wir müssen Sammlungskonzepte erarbeiten. Was brauchen wir und was nicht." Auf die Schnelle lasse sich oft nicht vorhersagen, was künftig in einem Forschungsprojekt münde