Die UN-Mitgliedstaaten müssten diese Soldaten für die Unifil-Truppe "so schnell wie möglich" stellen, "bevor die Situation am Boden erneut außer Kontrolle gerät", sagte Annan. Der Friedensnobelpreisträger hatte am Samstag mit Israel und dem Libanon einen Zeitpunkt für die vom Weltsicherheitsrat geforderte Waffenruhe vereinbart: Um acht Uhr Ortszeit (sieben Uhr MESZ) soll der Krieg enden. Nach Einstellung der Feindseligkeiten soll sich Israel nach dem Willen des Sicherheitsrates aus dem Libanon zurückziehen, während gleichzeitig 15 000 libanesische Soldaten im Südlibanon stationiert werden. Unifil soll von zurzeit 2000 auf bis zu 15 000 Soldaten aufgestockt werden.
Die am Freitagabend einstimmig verabschiedete Resolution (die RUNDSCHAU berichtete) fordert die "bedingungslose Freilassung der entführten israelischen Soldaten" und die "vollständige Einstellung der Feindseligkeiten, in erster Linie auf der Grundlage der sofortigen Einstellung aller Angriffe der Hisbollah und der sofortigen Einstellung aller militärischen Offensivoperationen Israels". Unmittelbar danach soll mit der Entsendung der libanesischen Soldaten und der Aufstockung von Unifil begonnen werden.
Die israelische Regierung wird dazu aufgerufen, "bei Beginn dieser Entsendung parallel alle ihre Streitkräfte aus dem Südlibanon zurückzuziehen". Unifil und die libanesischen Soldaten sollen die "Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen im Libanon" vornehmen. Dabei geht es nach Angaben amerikanischer Diplomaten um die radikalislamische Hisbollah. Wie und bis wann das geschehen soll, lässt die Resolution aber offen.
Vor der Abstimmung über die Resolution kritisierte Annan den Sicherheitsrat, weil er so lange für den Beschluss gebraucht hatte. Dies habe ihn wie hunderte Millionen anderer Menschen "tief enttäuscht", sagte Annan. (dpa/roe)