Er fasst Welt und Leben und das eigene Ich in wenige Worte. In seinen poetischen Miniaturen erkundet der Hölderlin-Preisträger die Tragfähigkeit der Welt und der Sprache, dreht und wendet er sie und betrachtet sie von allen Seiten. Es ist das scheinbar Unscheinbare und Banale, das er bedeutsam macht. In seinem neuen Gedichtband zeigt sich Klaus Merz dabei als ironischer Betrachter der Zeit und ihrer Absonderlichkeiten, als genauer Beobachter des Alltäglichen und als melancholischer Erforscher des Lebens, des Alterns und der Erinnerung. Wer sich Zeit nimmt für die Poesie, wird sich an ihrer Klarheit und Leichtigkeit erfreuen. Klaus Merz: Unerwarteter Verlauf, Haymon Verlag, 75 Seiten, 16,90 Euro.