Nach dem Räumeinsatz der ukrainischen Polizei mit Festnahmen und Verletzten in der Nacht zum Mittwoch hat die Opposition für die Zukunft jedes Gespräch mit der Staatsführung strikt abgelehnt. "Kompromisse mit Halsabschneidern und Diktatoren kann es nicht geben. Man muss sie loswerden", sagte der Oppositionspolitiker und Boxweltmeister Vitali Klitschko am gestrigen Mittwoch. Präsident Viktor Janukowitsch rief die Opposition dennoch zum nationalen Dialog auf und erklärte sich bereit, persönlich an einem Runden Tisch teilzunehmen. Die Opposition müsse aber auf "den Weg der Konfrontation und der Ultimaten" verzichten. Ein gewaltsamer Einsatz gegen Regierungsgegner werde sich nicht wiederholen, versprach er.

Im Tagesverlauf zogen sich die Sondereinheiten des ukrainischen Innenministeriums unter dem Jubel Tausender Demonstranten vom Unabhängigkeitsplatz - dem Maidan - zurück. Das nächtliche Vordringen gegen die Barrikaden der Regierungsgegner stieß bei der Europäischen Union, den USA und Deutschland auf scharfe Kritik.

Die Opposition rief zu neuen Protesten auf und forderte vehement den Rücktritt des gewählten Präsidenten Viktor Janukowitsch. "Es gibt nur einen Ausweg: Die vollständige Auswechslung der Regierung sowie vorgezogene Parlaments- und Präsidentenwahlen", sagte Klitschko. Zudem müsse der Westen Sanktionen gegen die Regierungsmitglieder verhängen. "Der Präsident versteht leider keine andere Sprache", sagte der Chef der Partei Udar (Schlag).

Die inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko lehnte ein Gesprächsangebot an die Demonstranten in der Ex-Sowjetrepublik strikt ab. "Keine Verhandlungen mit der Bande, keine Runden Tische mit ihnen", betonte die Ex-Regierungschefin in einer Mitteilung aus der Haft. "Ich appelliere an alle Ukrainer: Erhebt Euch!", hieß es in dem von ihrer Partei Batkiwschtschina (Vaterland) verbreiteten Text.