Politisch aktiv wurde die promovierte Physikerin erst in der Wendezeit: 1989 trat sie der DDR-Bürgerbewegung Demokratischer Aufbruch (DA) bei, die 1990 in der CDU aufging. Dann ging es rasch bergauf: Nach der Wiedervereinigung holte Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) die Vizesprecherin der letzten DDR-Regierung als Frauen- und Jugendministerin in sein Bonner Kabinett. 1994 wechselte sie ins Umweltministerium.
Als die Regierung Kohl 1998 abgewählt wurde, wurde Merkel Generalsekretärin unter dem neuen CDU-Chef Wolfgang Schäuble. Im Dezember 1999 distanzierte sie sich während der Spendenaffäre als erstes führendes CDU-Mitglied von ihrem Entdecker Kohl. Im Frühjahr 2000 übernahm sie Schäubles Posten als Parteichef. Der erste Griff der ostdeutschen Protestantin nach der Kanzlerkandidatur von CDU und CSU scheiterte. Bei einem Frühstück mit dem bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Edmund Stoiber im Januar 2002 verzichtete Merkel zu dessen Gunsten. Stoiber unterlag knapp.
Merkels Familie war kurz nach der Geburt Angelas am 17. Juni 1954 in Hamburg in die DDR übergesiedelt, wo der Vater eine Pfarrstelle übernahm. Nach dem Abitur 1973 studierte sie Physik in Leipzig und arbeitete danach in Ost-Berlin. Merkel ist zum zweiten Mal verheiratet und kinderlos. (dpa/roe)