Das Kommando gibt die Pferdeflüsterin von Sachsen aus ihrem Rollstuhl heraus. Trotz Handicaps hat die 41-Jährige eine enorme Lebensenergie: Momentan bezieht sie mit acht Vierbeinern einen 100 Jahre alten Hof in Bröhsen bei Grimma. In dem 188-Seelen-Dorf richtet sie ihr neues Trainingszentrum für Ross und Reiter ein. Im Juli sollen die ersten Kurse stattfinden. Ihr Terminkalender ist für dieses Jahr an den Wochenenden bereits ausgebucht. Im Sommer ist ein Feriencamp geplant.
Vallentin bringt Mensch und Pferd seit zwölf Jahren bei, sich gegenseitig zu akzeptieren. Dabei wendet die gelernte Zootechnikerin eine spezielle Methode an, die sie an einer Universität im US-Bundesstaat Colorado gelernt hat und dort jedes Jahr verbessert. "Das Pferd wird mit Spielen sensibilisiert. Es lernt, dass es ungefährlich ist, wenn sich jemand nähert. Das läuft völlig gewaltfrei ab", sagt sie.
Vallentin, die seit einem Motorradunfall vor 23 Jahren querschnittsgelähmt ist, kann ihrer Leidenschaft Reiten gelegentlich noch nachgehen. Den Hof kann die 41-Jährige aber nicht allein bewirtschaften: "Ich habe viele liebe Freunde um mich herum und zwei Halbtagskräfte." Das Leipziger Integrationsamt finanziert ihr dazu eine persönliche Assistentin. Schwerbehinderten wie Vallentin, die nur eingeschränkt arbeiten können, soll der Alltag erleichtert werden. (dpa/mb) Im Internet: www.silkevallentin.de