Gleich 23 Ressortchefs zählte das Kabinett von Ministerpräsident Lothar de Maizière (CDU), der heute als Anwalt in Berlin lebt. Aber wer erinnert sich schon noch an die zum Teil seltsam klingenden Ressortzuschnitte geschweige denn an ihre Chefs? Der Liberale Manfred Preiß zum Beispiel war Minister für Regionale und kommunale Angelegenheiten. Sybille Reider (SPD) stand dem Ministerium für Handel und Tourismus vor. Und Gottfried Müller (CDU) leitete das Medienministerium. Einige wenige machten nach dem Ableben der DDR noch im Bundestag Karriere. Markus Meckel (SPD/Ex-Außenminister) und Emil Schnell (SPD/Ex-Postminister) brachten es nach der deutschen Wiedervereinigung immerhin auf 19 beziehungsweise zwölf Parlamentsjahre. Nur ein Name aus der Riege der letzten DDR-Minister lebt bis heute im Bundestag fort: Frank Terpe (SPD) leitete damals das Forschungsressort. Jetzt sitzt sein Sohn Harald im Parlament - allerdings nicht für die Sozialdemokraten, sondern für die Grünen.