. Der Chef des Cottbuser Weltspiegel-Kinos, Ralf Zarnoch, nutzte den Besuch des australischen Botschafters, um Nägel mit Köpfen zu machen. Ob er dabei helfen könne, eine australische Filmwoche zu organisieren, fragte Zarnoch. "Ich bin zuversichtlich, dass wir da etwas hinbekommen", bekam er von Botschafter Tesch als Antwort. Die Nachfrage für solche Angebote sei groß. "Wir sind eine Studentenstadt. Ich zeige auch gern Filme in Originalsprache", so Zarnoch. In seinem Weltspiegel-Theater findet 2013 der Festakt zu Ehren des Lausitzer Wissenschaftlers Ludwig Leichhardt statt.

Denn der Botschafter war auf Einladung von Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) nach Cottbus gekommen. Der Besuch war eine erste Sondierung für die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag Leichhardts am 23. Oktober des kommenden Jahres. Auf dem Programm standen unter anderem der Branitzer Park, die Brandenburgische Technische Universität (BTU) und ein Besuch des Cottbuser Rathauses. Cottbus und das Amt Lieberose planen 30 Veranstaltungen im Festjahr, um den Lausitzer Humboldt, wie Leichhardt auch genannt wird, zu ehren.

Auch Szymanski überreichte dem Botschafter einen Wunschkatalog. Auf der Liste ganz oben steht derzeit die Partnersuche für das Ludwig-Leichhardt-Gymnasium. Die Schule hat zwar eine sehr intensive Beziehung zur Omiya-High-School in Saitama, Japan. Zum Wirkungsland seines Namensgebers jedoch nicht. Er habe schon Kontakt zu Abgeordneten des Bundesstaates Queensland aufgenommen, damit so eine Kooperation in die Wege geleitet werden kann, sagte Tesch, der seit drei Jahren in Berlin lebt und perfekt Deutsch spricht. "Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist das Fördern von Austausch in den Bereichen Wissenschaft und Bildung zwischen Australien und Deutschland", sagte Tesch beim Redaktionsgespräch in der RUNDSCHAU.

Auch deshalb stand auf seinem Programm ein 30-minütiger Besuch der BTU. Die Cottbuser Universität pflegt zwar intensive wissenschaftliche Beziehungen zu Universitäten in 47 Ländern. "Australien ist auf unserer Karte aber noch ein weißer Fleck", sagte BTU-Präsident Walther Zimmerli. Im Gegensatz zu den anderen 30-Minuten-Stationen hatte Zimmerli sich dazu entschieden, dem Botschafter eine 20-Minuten-Präsentation über die Vorzüge seiner Einrichtung zu halten. Mit am Tisch saß auch Christoph Hinz, Lehrstuhl für Hydrologie und Wasserressourcenbewirtschaftung. Hinz war unter anderem auch in Australien. Gerade in seinem Gebiet gibt es viele Kooperationen und Wissenschaftsschnittpunkte. "Auch das Thema Braunkohle und die Speicherung und Abscheidung von Kohlenstoffdioxid ist für uns ein Thema", sagte Tesch. Australien und Deutschland müssten im wissenschaftlichen Bereich noch enger zusammenarbeiten. "Das Gespräch heute in der BTU war sicher nur eine erste Kontaktaufnahme", sagte er.

Fragt man den Botschafter, was ihm an Ludwig Leichhardt persönlich gefällt, gerät er leicht ins Schwärmen. "Leichhardt zeigt uns, wie ein Blick über den Horizont uns neue Welten erschließen kann", sagt er. Außerdem zeige er, welche Möglichkeiten sich bieten, wenn man entschlossen einem Ziel nachgehe. Auch aus diesem Grund wolle er sich persönlich dafür einsetzen, dass die bei seinem Besuch geäußerten Ideen in die Tat umgesetzt werden.