Tritt Katherina Reiche als Spitzenkandidatin für die CDU an? Wird Anke Domscheit-Berg als Nummer eins für die Piraten ins Rennen gehen? Und ist der Cottbuser Bundestagsabgeordnete Martin Neumann bei der FDP wirklich die Nummer eins?

Früher hätte man an dieser Stelle wenigstens gezuckt: Die rhetorisch gewandte, gut aussehende Potsdamer Juristin Linda Teuteberg hätte durchaus das Potenzial, um dem Lausitzer Wissenschaftspolitiker die Kandidatur streitig zu machen.

Doch derzeit büffelt Teuteberg für ihr zweites Staatsexamen - was freilich auch dazu führt, dass ihr Platz im Plenum leerer ist, als es ihren Fraktionskollegen lieb sein kann. Denn in einem kleinen Team hat es enorme Auswirkungen, wenn auch nur einer fehlt. Schon heute ist die Arbeitsbelastung in den beiden kleineren Oppositionsfraktionen deutlich höher als bei den drei großen: In der FDP etwa gehört die Wirtschaftspolitikerin Marion Vogdt aus Kleinmachnow sage und schreibe fünf Ausschüssen an, und auch die Abgeordnete der Grünen, Ursula Nonnemacher, kann von den Freuden und Leiden einer kleinen Fraktion ein mehrstrophiges Liedchen singen. In der letzten Plenarsitzung musste sie bei fast jedem Punkt der Tagesordnung ans Rednerpult.

Und die Statistik, die der Landtag kurz vor der Sommerpause veröffentlichte, zählte seit Beginn der Legislaturperiode 155 Redebeiträge der Notärztin aus Falkensee. In den drei großen Fraktionen kamen manche Abgeordnete dagegen nur auf eine einstellige Zahl an Reden - würden sie im Landtag fehlen, würde man es kaum bemerken.

P.S.: Fehlen werden der Potsdamer Landespolitik in der kommenden Woche die Minister Baaske und Münch sowie der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Holzschuher. Wie der Homepage der Staatskanzlei zu entnehmen ist, werden sie sich nach Schweden begeben - nicht zur Teambildung, sondern um sich soziale Projekte in dem dünnbesiedelten skandinavischen Land anzusehen. Denn Schweden kann für Brandenburg durchaus zum Vorbild werden.