Jeden Herbst wimmelt es in Brandenburg von grazilen, weißen Vögeln: Kraniche versammeln sich an Rastplätzen, bevor sie im Oktoberweiter gen Süden fliegen. "Es sind schon über 1000 Vögel da", sagte Barbara Möbius vom Naturparkzentrum in Wanninchen bei Luckau (Dahme-Spreewald) auf Anfrage.

Auch im Naturpark Unteres Odertal (Uckermark) haben sich bereits erste Kraniche eingefunden. In Linum (Ostprignitz-Ruppin) und dem Vogelschutzgebiet Rietzer See (Potsdam-Mittelmark) herrscht dagegen noch weitgehend Ruhe. Die Hochzeit des Kranich-Abflugs beginne erst Ende September, sagt der Netzener Naturführer Lutz Manzke. In den Kranichregionen gibt es dann zahlreiche Veranstaltungen rund um die Zugvögel.

Brandenburg liegt jeden Herbst auf der Flugroute von mehr als 100 000 Kranichen, die aus Osteuropa und Skandinavien kommen und sich besonders gern die wasser- und nahrungsreichen Gebiete des Landes als Rastplätze wählen.

Sie bleiben dort einige Zeit und die meisten ziehen dann weiter in Richtung des Niederrheins. Flogen sie früher noch bis nach Nordafrika, reichen den meisten in Zeiten eines wärmeren Klimas heute auch Spanien und Südfrankreich.

Immer mehr Kraniche überwintern bei milder Witterung auch in Brandenburg. Man erwarte auch bei den Vögeln nahe Luckau, dass viele von ihnen bis zum Frühling in Wanninchen bleiben, sagte Möbius.

Damit wird Brandenburg mittlerweile das ganze Jahr hindurch zur beliebten Kranich-Residenz. Immer mehr Vögel verbringen auch ihre Sommer in der Mark, anstatt nach Norden weiterzufliegen, stellen Vogelschützer fest.